Leserbrief

Unsachlich und irreführend

Zum Kommentar „Ein Debakel“ vom 15. Februar 2019:

„Größer kann ein Debakel kaum sein“ schreibt Herr Vetter in seinem Kommentar vom 15. Februar 2019 und bezieht sich damit auf einen Fehler in Berechnungen des Lungenfacharztes Professor Köhler. Er fährt fort: „von diesen Lungenärzten dürfte keiner mehr ein Stück Brot nehmen“. Ja, wie Köhler selbst zugibt, hat er an einer Stelle eine Verordnung zu veränderten Inhaltsstoffen von Zigaretten nicht ausreichend in sein Kalkül einbezogen, als es um den Vergleich zwischen der NOx-Aufnahme von Rauchern im Vergleich zu NOx-Werten in der Atemluft im Freien ging. Dass dieser von Herrn Vetter sträflich dramatisierte Fehler die eigentliche Argumentation von Köhler in ihrem Kern überhaupt nicht tangiert, wird in dem Kommentar dagegen bewusst verschwiegen.

Weniger Agitation

Entgegen den Tatsachen insinuiert Vetter seinen Lesern vielmehr, dass mit dem Fehler die gesamte Argumentation „der Lungenärzte“ hinfällig werde, „sich nicht mehr ins Feld führen lasse“, und „sich als Rohrkrepierer entpuppt“ habe. Vetters offensichtliche Erleichterung, dass damit die lästige Kritik „der kleinen Schar von Lungenärzten“ – wie es abwertend heißt – an den Grenzwerten nun endgültig erledigt sei, ist förmlich mit Händen zu greifen.

Differenzierte Betrachtung und angemessene Wertung? Fehlanzeige! Unsachlicher und irreführender kann ein Kommentar kaum sein. Von meiner Tageszeitung erwarte ich an dieser Stelle deutlich mehr Qualität und weniger Agitation!

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/2tF8IZX