Leserbrief

„Unsinn wird zementiert“

Zum Thema: Mittelgewann Edingen

Es ist eine Binsenweisheit, dass kurze Wege weniger Verkehr bedeuten und damit weniger Emissionen verursachen. Eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr fördert ebenso dieses Ziel, indem es die Motivation erhöht, dass der Eine oder Andere doch sein Auto stehen lässt. Im Zuge der Diskussion über eine CO²-Reduktion werden infrastrukturelle Maßnahmen unterschätzt. Gemeinden, die gut an den öffentlichen Nachverkehr angeschlossen sind, sind deutlich im Vorteil, wenn diese auch genutzt werden würden.

In Edingen sieht man das anders: Die OGL möchte lieber die vom Bahnhof Edingen entfernt liegenden Baugebiete in Neckarhausen erschließen. Eine Bebauung direkt am Bahnhof Edingen wird aufgrund einiger Streuobstwiesen auf ein Minimum beschränkt, und über Jahre hinaus nach hinten verschoben. Die Folge: Aus dem nahverkehrstechnisch schlecht angebundene Neckarhausen werden erheblich mehr private Pkw-Fahrten stattfinden, mit den entsprechenden Emissionen.

Offensichtlich wurden die ökologischen Vor- und Nachteile nicht objektiv abgewogen. Streuobstwiesen wachsen in wenigen Jahren nach, Häuser bleiben für Jahrhunderte. In Neckarhausen wird der Unsinn zementiert. Dabei müssen beide Aspekte kein Widerspruch sein. Durch eine sinnvolle Ortsplanung können Streuobstwiesen auch an anderer Stelle entstehen – aber bitte nicht gerade am Bahnhof.