Leserbrief

Untergang der Einkaufsstadt

Zum Artikel „Betroffene reagieren „sensibel“ vom 29. Juni:

Es ist ein stetiges Ritual: Kaum wird die Blechlawine auch nur temporär gebremst, beschwört die Werbegemeinschaft City den Untergang der Einkaufsstadt Mannheim, die einst so florierte als sie noch für Autos und nicht für Menschen gemacht war. In einer Zeit des Bewusstseinswandels im Sinne nachhaltiger Mobilität ist ein solches Orakel ignorant und ärgerlich. Wann macht Flanieren Spaß? Was macht den Einkaufsbummel attraktiv? Slalom zwischen Autos, Lärm und Abgasen gewiss nicht.

Zur Erinnerung: Schon bei der Einrichtung der Fußgängerzone war das Lamentieren der Geschäftswelt groß. Wohl zu Recht, denn seitdem wurde in Mannheim nie mehr etwas gekauft. Wohl wegen der Fußgänger . . . Und jetzt glaubt man wohl, dass jede Erweiterung des Radnetzes den Niedergang des Einzelhandels bewirkt. Also die Konsequenz: Radfahrer raus aus der Stadt! Mehr Autos – mehr Gewinn! Und sowieso: Parkplätze statt Grünflächen, Drive-in statt Fußgängerzone.

Rainer Weber, Ludwigshafen

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