Leserbrief

Unterhaltsvorschuss eine gute Geschichte

Zum Artikel „Mehr Kinder profitieren von Gesetz“ vom 18. Juli:

Ja, der Unterhaltsvorschuss ist teilweise eine sehr gute Geschichte für Kinder – obwohl nicht an der Düsseldorfer Tabelle orientiert und auf Hartz IV wird er angerechnet, so dass alleinerziehende Frauen davon nichts haben – vor allem die Kinder nach dem Motto einmal arm immer arm. Es gibt ja inzwischen Städte, die mehr Sozialarbeiter (wenige zwar, aber immerhin) nur zur Betreibung säumiger Väter eingestellt haben.

Von den säumigen Vätern ist aber in Ihrer Zeitung nie die Rede. Ist eben so! Mit welchem Nachdruck in Mannheim die Betreibung vonstattengeht oder eben nicht, ist mir nicht bekannt. Jeder von uns weiß aber, dass in der Regel amtliche Schreiben prinzipiell mit einem Termin und einer Drohung verbunden sind. Ich glaube, es ist in der Gesellschaft noch gar nicht angekommen, dass Unterhaltspflichtverletzung mit Gefängnis bestraft werden kann und ich selbst immer wieder unterhaltssäumige Väter im Gefängnis besuchen musste. Das läuft so unter ferner liefen, aber täglich hört man wie viele Kinder in Armut leben.

Das muss zu einem sehr wichtigen Problem gemacht werden, dazu sind die Medien ja da, um solche Missstände aufzudecken. Kinder bekommen und nach mir die Sintflut! Ich spreche aus Erfahrung. Meine Mutter, wie viele andere Mütter nach Krieg auch, hat Rüben verzogen und Kartoffeln gesammelt, bis sie in Ohnmacht fiel. Ich war dabei. Mein Vater, der sich abgesetzt hatte, hat das Geld mit vollen Händen rausgeschmissen. Ja, es gibt auch die Väter, die sich kümmern, die ohne Verantwortungsgefühl werden aber immer mehr.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2LwTdhX