Leserbrief

Unverständliche Warnung

Zum Artikel „Fleischlos glücklich– wie gesund ist der Ersatz?“ vom 14.8.:

Ihre Zeitung mahnt in einem Artikel bereits in den Überschriften zur „Vorsicht“ vor Fleischersatzprodukten. Dies erscheint völlig unverständlich. Der Fleischverzehr von 60 Kilogramm (2017) pro Kopf der Bevölkerung in Deutschland beträgt das Doppelte der Verzehrempfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Die landwirtschaftliche Tierhaltung ist maßgeblich am Ausstoß von klimaschädlichen Gasen beteiligt. Mehr als die Hälfte aller weltweit ausgestoßenen Treibhausgase werden von der Nutztierhaltung verursacht.

Bereits diese Fakten zeigen, wie bedeutend der Verzicht auf Fleisch oder das Ausweichen auf Fleischersatzprodukte wäre. Inzwischen gibt es ein vielfältiges Angebot an Fleischersatzprodukten. Die Landwirtschaft und die Fleischindustrie sind davon wenig begeistert, weil diese Produkte eine Konkurrenz zu ihrer Fleischproduktion darstellen.

Salzgehalt deutlich höher

Dies scheint auch eine prominente Quelle der Kritik an Fleischersatzprodukten zu sein. So ist zum Beispiel oft – und wie auch im obengenannten Artikel – zu lesen, dass Fleischersatzprodukte zu viel Salz enthalten können. Dies ist hinsichtlich der absolut enthaltenen Salzmengen tatsächlich oft der Fall, nimmt sich aber im Vergleich zum Beispiel mit Aufschnitt und Wurstwaren aus Fleisch eher harmlos aus; der Salzgehalt in Räucherschinken, Lachsschinken oder Bierwurst toppt das Veggieschnitzel zumeist mit dem zwei- bis dreifachen Salzgehalt. Und die ebenfalls oft kritisierten Rückstände aus der Kunststoff-Verpackung sind sicher auch in vielen Fleischprodukten zu finden.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2wb7arm