Leserbrief

Verhalten rechtswidrig

Zum Artikel „Rackete wieder auf freiem Fuß“ vom 3. Juli:

Der Bericht liefert, wie von der Deutschen Presseagentur (dpa) gewohnt, lückenhafte Information. Vergessen wurde: Die Schiffbrüchigen wurden 37 Seemeilen vor der libyschen Küste aufgenommen und die Seawatch hatte von der Küstenwache die Genehmigung, einen libyschen 35 Seemeilen entfernten Hafen anzulaufen. Stattdessen wählte sie als Ziel das 245 Seemeilen entfernte Lampedusa.

Wer da noch glaubt, dass es hier nur um Lebensrettung geht. Schiffe, die Schiffbrüchige sichten, sind nach Seerecht verpflichtet, diese aufzunehmen und zum nächsten (!) Hafen zu transportieren. Außerdem hatte die Seawatch bei ihren Manövern eine Barkasse der italienischen Polizei gerammt.

Viel schlimmer ist, dass unser Bundespräsident und der Außenminister das rechtswidrige Verhalten der Kapitänin ausdrücklich gutheißen und ihre vorläufige Festnahme kritisieren. Bundespräsidenten und Minister haben schon für geringere Fehlleistungen ihren Hut genommen.

Gerhard Bleckmann, Lampertheim

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2XOryOU

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