Leserbrief

Zum Thema Leerstände im Stadthaus / Artikel vom 4.8.

Verkorkstes Gebäude

Archivartikel

Das Stadthaus N 1 stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Leider fehlten 1986 für das 30-Prozent-Quorum einige Stimmen, so dass sich OB Widder über das Meinungsbild mit 83 Prozent für den Aufbau in der äußeren Gestalt von 1725, hinwegsetzte.

Die grundsätzlichen Mängel des Entwurfs wurden erst mit der Fertigstellung 1991 bekannt. Die Fahrstühle ab dem EG waren zu klein, und nur an den Seiteneingängen, wobei das Bewegen der selbstschließenden Türen eine Zug- bzw. Druckkraft bis 7,5 kg verlangt. - Das war auf andere Weise genauso halbgar wie die OB-Kurz-"Bürgervorlage" von 2013 für die BUGA 2023. - Um die Geschäfte des wirtschaftlich ständig wackeligen Stadthauses zu beleben, wurden um 2008 die breiten und sehr gut fußläufigen, Mitteltreppen vom Erdgeschoss zu den anderen Obergeschossen, entfernt. Auch das war ein "Schuss in den Ofen". Vom Paradeplatz kommend, standen fußläufig nur noch die beiden äußeren Aufstiegshilfen zur Verfügung, um vom Eingangsbereich in das 1. Obergeschoss zu kommen.

Dazu muss man wissen, dass diese Aufstiegshilfen nie als Treppen sondern als - für sportliche Nutzer - begehbare "Kunst am Bau" vorgesehen waren. Viele ältere RNV-Kunden humpeln aber diese, dem Schrittmaß der DIN-Norm widersprechenden, Aufstiege hinauf und hinunter. Deswegen habe ich mich von 2009 bis 2011 mehrmals schriftlich bemüht, dass zu den nur einseitigen Handläufen der Aufstiege gebäudeseitige hinzukommen mögen, um den DIN-Normen zu genügen.

Zwischen den Zeilen las ich, dass sich die Eigentümer, damals die LBBW für Tiefgarage und Erdgeschoss, sowie die Stadt Mannheim für das 1. und alle anderen Obergeschosse, nicht einig wurden, wem die Außenaufstiege rechtlich zuzuordnen sind. Der LBBW war egal, wie Geschäfts- und RNV-Kunden ins 1. OG gelangen und die Stadt fühlte sich nicht zuständig für Aufstiege im baulichen Bereich des Erdgeschosses. Die informierte RNV blieb seltsam reserviert. Da bleibt zu hoffen, dass der jetzige Kaufmännische RNV-Geschäftsführer mehr Mumm zeigt als sein Vorgänger.