Leserbrief

Verletzungen des Völkerrechts immer verurteilen

Zum Artikel „Israelkritiker verlieren Förderung“ vom 18. Mai:

Institutionen, die wegen der Besetzung palästinensischer Gebiete und der Golanhöhen zum Boykott von Israel aufrufen, unterstellt der Deutsche Bundestag Antisemitismus. Das kann man so sehen, muss man aber nicht.

Es sollte zu denken geben, dass 60 israelische und jüdische Wissenschaftler eine Erklärung gegen die Anträge im Deutschen Bundestag unterzeichnet haben. Wollen uns unsere Volksvertreter sagen, es ist okay, dass Palästinenser aus ihrer Heimat vertrieben wurden und die Gebiete von Israel besetzt gehalten werden? Aber wie ist es dann mit der Krim? Die Besetzung durch Russland wurde vom Europäischen Rat mit Zustimmung der deutschen Bundeskanzlerin mit Sanktionen geahndet und dies vom Bundestag gebilligt.

Und wie verhält es sich mit der Türkei, die 1974 den Norden Zyperns besetzte, die Griechen vertrieb und das Gebiet später in die Türkische Republik Nordzypern umwandelte? Völkerrechtsverletzungen sind immer zu verurteilen, egal ob von Freund oder Gegner begangen. Von Rainer Ringelstein, Mannheim

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2X44lVk