Leserbrief

Verlust der Glaubwürdigkeit

Zum Thema: Bürger beim Bau von Unterkünften beteiligen, Artikel vom 28. September

Es wäre schön, wenn dies so wäre. Aber Bürgermeister Metz in Ilvesheim verliert immer mehr seine Glaubwürdigkeit. Geplanter menschenwürdiger Wohnraum - zumindest so von ihm deklariert - entpuppt sich als Bauvorhaben unter Hochspannungsleitungen. Dabei machte er vor seiner Wahl gerade den Schutz der Bürger vor der geplanten Ertüchtigung der Hochspannungsleitungen zu seinem Programm. Kann man so meinungsflexibel sein?

Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt Wohnungsbau erst in 400 Meter Abstand entstehen zu lassen. Wie kann man also ernsthaft in Erwägung ziehen unter Hochspannungsleitungen neuen Wohnraum entstehen zu lassen, zumal es genügend Studien gibt, die die Kausalität zwischen Alzheimer und Leukämie im Bezug auf Hochspannungsleitungen bestätigen: Hier ein Auszug vom BFS: Schon bei der Planung sollte die Möglichkeit genutzt werden, durch Abstände zwischen Wohngebäuden und Hochspannungsleitungen sowie anderen Anlagen der Stromversorgung die Belastung der Bevölkerung gering zu halten. Das bedeutet, dass neue Trassen möglichst nicht durch Wohngebiete geführt werden sollten.

Wer sich in der Vergangenheit mit den Vorschlägen der Bauplanung für sozialen Wohnungsbau in Ilvesheim auseinandergesetzt hat, weiß von den schon fast hilflosen Versuchen der Gemeindevertreter ihre Pläne bürgerkonträr durchzusetzen, zu denen auch der Plan stammt, Kinderspielplätze zu schließen. Konfrontiert mit ihren eigenen Aussagen, werden in der Presse publizierte Aussagen angeblich als falsch dargestellt, statt Stellung zu beziehen.

Wo bleibt denn die Würdigung der nachbarlichen Interessen, wenn noch nicht einmal eine Stellungnahme zu den Einsprüchen erfolgt? Warum soll beim geplanten Wohnungsbau die Zufahrt über die Mozartstraße erfolgen, eine Straße, die schon jetzt dem Verkehrsaufkommen nicht mehr gerecht wird?