Leserbrief

Verpulvertes Geld für unnötige Radweg-Maßnahmen

Zum Artikel „Bezirksbeirat schlägt Kompromiss vor“ vom 22. Januar:

Mit hohen Kosten und viel Planungsaufwand wird es demnächst einen Radschnellweg (RSW) von Heidelberg nach Mannheim geben. Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat nach Abwägung die Variante nördlich des Neckars (Feudenheim/Peifferswörth/Klinikum ...) als beste Lösung auserkoren, während die Mehrheit der Stadträte die logischere Südstrecke durch Neuostheim bevorzugen würde.

Zügiges Befahren suggeriert

Da aber das Land den „Spaß“ bezahlt, wird der Nordvariante trotzdem zugestimmt, wobei sich die Stadt auferlegen sollte/könnte, die Südstrecke zu verbessern. Geld vom Land (unser aller Steuergeld) für zusätzliche Radwege hat letztlich fast alle überzeugt. Ein RSW suggeriert dem Radler autobahnähnliche Verhältnisse, sprich zügiges Befahren ohne Hindernisse. Eine solche dazu nötige Schneise kann heute niemand im dichten Rhein-Neckar-Raum schlagen. Genügend Hindernisse und Engpässe werden also immer bleiben. Radfahrer wollen auch keine raumgreifenden Zufahrten benutzen, sondern den kürzesten und akzeptabelsten Weg wählen.

Ein RSW, der durch das dichte Feudenheim über eine beschwerliche Brücke (Hockeyclub), dann durch die Engstelle Riedbahnunterführung, vorbei an der Gefahrenstelle PSV Parkplatz, sowie nochmaliger Steigung über die Bahngleise vor der MTG Mannheim führt, kommt mir wenig praktikabel vor. Ich denke, jeder Radfahrer aus Feudenheim und Käfertal Süd wird weiterhin den guten Radweg entlang der Feudenheimer Landstraße nutzen, denn warum sollte er den unbequemen Umweg über das Neckarplatt und durch den Pfeifferswörth wählen, wenn Besseres zur Verfügung steht?

Dies gilt wohl künftig ebenso für den umstrittenen RSW durch die Au. Da werden die Radler sicherlich auch einfach am Schützenverein rechts abbiegen und unter der Eisenbahnbrücke hindurch Richtung Stadt fahren. Für Ausflugsradler ins Grüne braucht man eigentlich keinen RSW. Wird hier Geld verpulvert für unnötige Baumaßnahmen, bloß weil’s Landesgeld ist?

Sinnvoller wären meiner Meinung nach Investitionen an allen Schwachstellen des gesamten Radwegnetzes, statt sich an einem prestigeträchtigen Projekt abzuarbeiten, das eher Pseudolösungen bietet, unnötig Kräfte bindet und recht sinnfrei Mittel verausgabt, die anderswo besser angelegt wären.

Karlheinz Sausbier, Mannheim

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/38M3VIn

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