Leserbrief

Versagen gegenüber dem muslimischen Judenhass

Zum Kommentar „Eine deutsche Katastrophe“ vom 11. Oktober:

Der Anschlag in Halle zeigt beispielhaft, wie die pathologische Toleranz deutscher Politiker, deutscher Justiz und deutscher Medien gegenüber dem muslimischen Judenhass auch jeden anderen Antisemitismus in Deutschland ermutigt. Was junge Muslime seit Jahren ungestraft tun dürfen, beanspruchen auch junge Neo-Nationalsozialisten für sich. Die Wiederbelebung des deutschen Judenhasses verdankt sich in erster Linie der deutschen Schwäche gegenüber dem Antisemitismus der ins Land geholten Muslime.

Karl Lagerfeld hat allen Deutschen ins Stammbuch geschrieben, dass man nicht Millionen der schlimmsten Judenfeinde ins Land holen kann, wenn man es mit dem Gedenken an den Holocaust ernst meint. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Halle sagte in einem Interview, aus Sicht der Opfer sei es gleichgültig, ob der Attentäter ein Nationalsozialist, ein Linksradikaler oder ein Muslim sei. Wesentlich sei allein, dass die deutsche Politik etwas gegen den Antisemitismus tue.

Die deutsche Katastrophe, die Karsten Kammholz in seinem Kommentar anspricht, beruht jedoch im Großen und Ganzen auf diesem Versagen gegenüber dem muslimischen Judenhass. Die regierenden deutschen Politiker, die außer billigen Betroffenheitsbekundungen nichts auf die Beine bringen, trifft die volle Verantwortung für die allmähliche Verwandlung Deutschlands in ein für Juden unbewohnbares Land.

Gunter Zimmermann, Mannheim

Was für ein Armutszeugnis! Hunderte von Polizisten werden bei vielen Gelegenheiten eingesetzt, zum Beispiel bei sogenannten Risikospielen in der Bundesliga. Und dann schaffen wir es nicht, an einem hohen jüdischen Feiertag unsere Synagogen und unsere jüdischen Mitbürger zu schützen, ein Teil von uns, ein Teil von Deutschland. Das ist unfassbar.

Elisabeth Kaufmann, Mannheim

Zu Halle/Saale ist ja inzwischen viel gesagt und geschrieben worden. Worüber niemand spricht: auch Richter, Staats- und Rechtsanwälte auf ihre etwaigen Sympathien für das braune Gedankengut und ihre milden Beurteilungen bei Gericht hart und unerbittlich zu hinterfragen. Da muss auch der Rechtsstaat mal bis ganz zum Ende der Möglichkeiten greifen. Eine Messerattacke gegen einen Polizisten – kein Problem wegen dessen Waffenüberlegenheit. Ja geht’s noch?

Anwälte, die selbst Posten in einer zwielichtigen Partei bekleiden, die recherchierende Journalisten öffentlich im Netz bedrohen und sie mit fragwürdigen Anzeigen vor Gericht zerren, nur weil sie die unbequemen Tatsachen aufdecken, ja geht’s noch?

Da muss ganz hart durchgegriffen werden. Die Justiz kann nur so gut sein wie ihre Wurzeln in den Ämtern. Wie hat Jesus gesagt: „Wenn das am grünen Holze geschieht, was soll erst mit dem dürren geschehen.“ Das Dürre muss entfernt und das Grüne demokratisch, aber radikal zurückgeschnitten werden. Hoffen wir das Beste.
Jürgen Althoff, Ludwigshafen

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2Mh9R3N

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