Leserbrief

Versorgung muss sichergestellt werden

Zum Kommentar „Hausaufgaben machen“ vom 7. November:

In seinem Kommentar über das Großkraftwerk Mannheim (GKM) und die Energiewende fordert Martin Geiger von der Bundesregierung und dem Bundestag, endlich die Beschlüsse der Kohlekommission zum Ausstieg aus der Kohleverstromung in Gesetzesform zu bringen und zu verabschieden. Hier stellt sich die Frage, ob die Abgeordneten des Deutschen Bundestages einfach so die Beschlüsse einer 30-köpfigen Kohlekommission als Gesetz verabschieden. Bei der Lektüre des Kommentars und des Artikels bekommt man zudem den Eindruck, dass der Kommentator es nicht erwarten kann, bis per Gesetz die Strom- und Fernwärmeproduktion im GKM bis 2038 eingestellt werden muss.

GKM wartet ab

Ich kann mir nicht vorstellen, dass verantwortungsvolle Abgeordnete so einem Gesetz zustimmen werden, wenn nicht klar ist, wie nach 2038 anstelle des GKM zumindest die Fernwärmeversorgung sichergestellt werden kann. Die Eigentümer des GKM, RWE (40 Prozent), EnBW/Land Baden-Württemberg (32 Prozent), MVV/ Stadt Mannheim (28 Prozent) warten ab, wie viel Entschädigung sie für die Stilllegung ihrer Kraftwerke vom Steuerzahler bekommen werden.

Die landeseigene EnBW geht hier „entschlossen“ voran und plant in Marbach den Bau eines neuen 300-Megawatt-Blockes, „Ölbefeuert“, als Netzstabilitätskraftwerk, subventioniert vom Stromverbraucher. Ob die Bahn wirklich auf die 300 Megawatt gesicherte Leistung vom GKM verzichten kann und will, wird sich zeigen. Als GKM würde ich mir hier keine Sorgen machen.

Franz Grossmann, Mannheim

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/35kzcAL

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