Leserbrief

Verursacherprinzip beim Parken anwenden

Zum Artikel „Aktueller Zustand nur als Übergangslösung gedacht“ vom 7. Oktober:

Die schleichende Umwandlung eines ruhigen Wohngebiets in einen Großparkplatz für das Diakonissen-Krankenhaus darf ich als Anwohner täglich erleben und erleiden. Die Straßen im Schwarzwaldviertel rund um das Krankenhaus (mit Ausnahme der Feldbergstraße, dort gibt es nämlich keine Parkplätze, siehe unten) sind von Mitarbeitern, Besuchern, Physiotherapieschülern und so weiter zugeparkt. Man wird oft schief angesehen oder sogar beleidigt, wenn man einfach nur aus der Ortenaustraße rausfahren will.

Mehr Patienten, mehr Autos

Der Bereich um den Seiteneingang in der Belchenstraße hat sich zu einer Halte- und Wendezone entwickelt. Diese Situation hat sich stetig aufgebaut, seit das Diakonissen-Krankenhaus seine Erweiterung im Gefolge der Schließung des Lanzkrankenhauses durchgeführt hat. Schon damals war klar, dass ein Erweiterungstrakt mit mehr Betten, mehr Patienten und mehr Mitarbeitern auch zu mehr parkenden Autos führen muss.

Die klammheimliche Umwandlung des Mutterhauses nach dem Wegzug der Nonnen in ein Praxiszentrum hat diese Situation noch weiter verschärft. Ich sage bewusst klammheimlich, denn über diese Pläne und ihre Konsequenzen wurde meines Wissens niemals öffentlich diskutiert. Wenn doch, dann habe ich es leider übersehen. Nebenbei bemerkt, hat sich die Situation durch den Bau des Kindergartens in der Belchenstraße auch nicht gerade verbessert.

Wenn jetzt noch die Hedwigsklinik in das Krankenhaus integriert wird, wird es wohl kaum besser. Um die Probleme zu lösen, sollte als erstes konsequent das Verursacherprinzip angewandt werden. Die Situation ist ja nicht vom Himmel gefallen, sondern hat (wie oben bereits ausgeführt) einen ganz klaren Urheber. Die Diakonie und die sie tragenden Institutionen sind hier in die Pflicht zu nehmen, endlich über die paar Alibi-Parkplätze hinaus adäquaten Parkraum bereitzustellen.

Parkhaus in Speyer

Nur zu bedauern, dass die Diakonie nicht in die Pflicht genommen wurde, reicht nicht. Jeder Ladenbesitzer und jeder Freiberufler muss ausreichend Parkplätze nachweisen. Hier scheint dies jedoch nicht zu gelten. In Speyer, wo auch ein Diakonissen-Krankenhaus besteht, wurde ein Parkhaus gebaut. Es geht also. Vielleicht haben ja die Barmherzigen Brüder als neue Eigentümer ein Einsehen mit den geplagten Anwohnern. Eine Anwohnerzone ist sicherlich die schlechteste Lösung. Dadurch wird kein einziger zusätzlicher Parkplatz geschaffen. Unter dem Euphemismus „Bewirtschaftung“ wird der bestehende Zustand zementiert und der Mangel nur verwaltet. (von Martin Thomas, Mannheim)

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/2T32gIB