Leserbrief

Verwundert über Aussage zu Kundschaft

Zum Artikel „Mütter und Mittelstand vertreten“ vom 6. Juli:

Die neue Stadträtin Frau Herrdegen vertritt die Gewerbetreibenden der Innenstadt. Das ist auch völlig in Ordnung. Auch dass Gewerbetreibende Kundschaft benötigen, um existieren zu können, ist selbstverständlich. Wenn jedoch eine Aussage fällt wie „die zahlungskräftige Kundschaft kommt nicht mit dem Fahrrad“, dann bin ich schon sehr verwundert.

Warum kommt die zahlungskräftige Kundschaft nicht mit dem Fahrrad? Ist man, wenn man kein Auto besitzt, denn automatisch arm? Oder kommt man mit dem Auto nur in die Stadt, wenn man ein bestimmtes Einkommen hat? Ich glaube, die Zeiten, in denen es einen Zusammenhang zwischen Einkommen und Autobesitz gab, sind langsam vorbei.

Hochschulabschluss und kein Auto

Ich kenne einige Menschen, die einen Hochschulabschluss haben und sich bewusst gegen ein Auto aus Klimaschutzgründen oder einfach aus Bequemlichkeit entschieden haben. Deshalb kann ich Frau Herrdegen und alle anderen Gewerbetreibenden in Mannheim nur bitten, erkennen Sie die Zeichen der Zeit, nehmen Sie alle Kunden ernst, unabhängig vom Verkehrsmittel, sorgen Sie eine angenehme Aufenthaltsqualität auch für Fußgänger, Straßenbahnfahrer und Radfahrer. Simone Herold, Mannheim

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2LjTZhG