Leserbrief

Vollkommene Ignoranz

Zum Kommentar „Das Thema ist zu wichtig“ vom 9. Juni:

In ihrem Kommentar wundert sich Joanna Rettig, dass diejenigen über die Demonstration gegen polizeiliche Willkür in den USA verärgert sind, die auf Demonstrationen gegen die drohende Diktatur in Deutschland protestiert haben. Das ist entweder reine Unverfrorenheit oder vollkommene Ignoranz.

Das Letztere waren schließlich regierungskritische Demonstrationen, die mit allen Mitteln unterbunden und deren Teilnehmer auf alle mögliche Weise schikaniert wurden. Das Erstere sind regierungskonforme, dem Mainstream und dem Konformismus verhaftete Demonstrationen, die mit allen Mitteln gefördert und von Regierungsseite unterstützt werden.

Mich persönlich wundert es nicht, dass man darüber Wut empfindet und über diese ungleiche Behandlung und dieses Messen mit zweierlei Maß empört ist. Unter diesem allgemeinen Aspekt ist es nicht überraschend, dass die Polizei bei der Demonstration der „Guten“ keinen Verstoß gegen die Regeln beobachten konnte.

Schon die Feststellung ist reichlich naiv und von einer erstaunlichen Weltfremdheit geprägt. Schließlich hat die Polizei auch die Silvesternacht 2015 in Köln zunächst einmal als einen ruhigen Abend erlebt und dargestellt, bis eher unbefangene Augenzeugen sie eines Besseren belehren mussten.

Noch eine politische Aussage: Es ist zwar offenkundig, dass die Regierungen in Deutschland in Bund und Ländern symbolische, das heißt, sinnlose Demonstrationen wie „Fridays for Future“ oder Proteste gegen polizeiliche Willkür in den USA, für wichtiger halten als ordentliche Bildung und Erziehung. Ob dies jedoch langfristig im Interesse des deutschen Volkes liegt, wage ich zu bezweifeln. (von Gunter Zimmermann, Mannheim)

Zunächst ist es erfreulich, dass bei der Demonstration in Mannheim „die Regeln eingehalten wurden“ und friedlich verlaufen ist. Aber dem Kommentar von Frau Rettig, das Thema sei zu wichtig, muss ich widersprechen! Vor kurzem wurden kleine Demos beziehungsweise Gruppen noch auseinandergetrieben oder es war mehr Polizei als Demonstranten vor Ort, und jetzt wird so etwas zugelassen. Da kommt doch der Verdacht auf, wenn der Grund und Inhalt der Mainstream- Meinung entspricht, so läuft alles von allein. Großveranstaltungen für welchen Zweck auch immer, sind und bleiben im Moment verantwortungslos. Oder die Politik erzählt uns die Unwahrheit über das Coronavirus und verursacht dadurch Milliardenschäden oder nimmt in Kauf, dass sich Tausende infizieren.

Auch die Meinung von Frau Rettig zu Corona-Gegnern, finde ich vollkommen daneben, beziehungsweise gefährlich. Immer dann, wenn dies nicht in die Mainstream-Meinung passt, wird gleich die Keule Populismus herausgeholt oder als „reines Kalkül“ bezeichnet. Eine solide Demokratie hält auch andere Meinungen aus. (von Günter Sigmundczyk, Mannheim)

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3fsZq95