Leserbrief

Zum Thema Bundesgartenschau

Von Au die Finger lassen

Nach der monatelangen, sehr kontrovers geführten Diskussion über die geplante Bundesgartenschau will auch ich kurz Stellung nehmen, ohne auf die von anderen Kritikern geäußerten, durchaus ernstzunehmenden Bedenken einzugehen, wie Finanzierung, Folgekosten, Altlasten auf Militärgelände und vieles mehr. Ich persönlich habe nichts gegen Gartenschauen und würde sofort für eine BUGA 2023 stimmen, die die vorhandenen Parks mit einbezieht und zu einer Auffrischung dieser vielfach renovierungsbedürftigen Erholungseinrichtungen führen würde. Eine Einbeziehung der Spinelli-Flächen durch die Gestaltung von für die östliche Rheinebene typischen Dünen und Sandrasenflächen auf den dort ohnehin mageren und trockenen Böden wäre sinnvoll. Dies gäbe einen guten Kontrast zu den eher üppigen Flächen der beiden großen Parks. Aber von der Einbeziehung der Feudenheimer Au in die BUGA sollte man die Finger lassen. Ich erinnere mich noch gut an die gemeinsamen Bemühungen der Umweltverbände und der Unteren Naturschutzbehörde, die Au als LSG auszuweisen und ökologisch aufzuwerten. Es wurden Hecken gepflanzt, eine Streuobstwiese angelegt, Kopfweiden gesetzt und regelmäßig gepflegt und mehr. Diese erfolgreiche Aufwertung der Au jetzt der Anlage eines Wassergrabens zu opfern zeugt von der geringen Wertschätzung, die manche Planer dem Naturschutz entgegenbringen. Dass eine vorwiegend landwirtschaftlich genutzte Fläche wie die Feudenheimer Au über eine geringere Artenvielfalt verfügt als z.B. ein naturbelassener Auwald ist verständlich, aber kein Grund, die erfolgreichen jahrzehntelangen Bemühungen des Naturschutzes zunichtezumachen. Auch wenn von städtischer Seite aus alles getan wird, die Bürger am 22. September zu einer positiven Abstimmung zu bewegen, kann ich mich dem als Naturschutzbeauftragter der Stadt Mannheim nicht anschließen. Eine BUGA unter Einbeziehung der Feudenheimer Au und weitgehendem Ausschluss der vorhandenen Parks kann man aus meiner Sicht nur ablehnen.