Leserbrief

Leserbrief: Region hat Dr. Ritter viel zu verdanken

Vor Sorgen verschont

Vor fast einem Monat jährte sich der Todestag von Dr. med. Wolfgang Ritter. Beim Studium der "Zeit" vom 12. März 2009, und zwar des Artikels "Für dumm verkauft" über Cross Border Leasing, fiel wieder auf, was die Region Dr. Ritter zu verdanken hat. Auch wenn Dr. Ritter, als er mit seinen Mitstreitern verhinderte, dass Wertheim an die Bodenseewasserversorgung angeschlossen werden sollte, nicht voraussehen konnte, dass der Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung einmal im Rahmen des Cross Border Leasing "sein Leitungsnetz und alle Wasserwerke für 841 Millionen Dollar an die First-Union-Bank (USA) verkaufen und dafür 35 Millionen Euro ausgezahlt bekommen" würde, so ist es doch seiner Intuition zu verdanken, dass Wertheim und andere Gemeinden nicht in "leichtsinnige Geschäfte" verwickelt wurden, "die bloß noch Verluste bringen". "Auch der zweite große Zweckverband des Landes, die Landeswasserversorgung, hat das Leitungsnetz und alle Wasserwerke den Amerikanern überschrieben." Es lohnt sich, weiter zu lesen, mit welchen krummen Geschäften man in der jetzigen Finanzkrise da wieder herauskommen wollte.

Jetzt ist zwar eine Vertragsauflösung mit Ausstieg der Amerikaner aus dem Leasinggeschäft unterschriftsreif, unter dem Strich bleiben jedoch zehn Millionen Euro Miese und ein sehr fader Nachgeschmack der Geldgier, der Dummheit und Unaufgeklärtheit verantwortlicher Politiker. Nochmals: Dr. Ritter sei Dank, dass Wertheim von größeren Sorgen verschont blieb.