Leserbrief

Vorzeigeviertel mit großen Schwächen

Zur Beilage „Franklin – ein neuer Stadtteil“:

Exklusion statt Inklusion auf Franklin. Die ersten Bewohner sind bereits Ende 2017 auf Franklin eingezogen. Dann war zu erfahren, dass die Straßenbahnhaltestelle „Platz der Freundschaft“ erst 2026 barrierefrei umgebaut wird. Die Buslinie 67 hilft auch nicht weiter, solange die Bushaltestellen geteerte Inseln im Baustellenschotter sind. Unerreichbar für mobilitätseingeschränkte Menschen.

Ausweichen auf die Straße

Mittlerweile wurde der bereits geteerte Gehweg in der Abraham-Lincoln-Allee zwecks Baustellenausfahrt Sullivan gesperrt. Rollstuhlfahrer, Begleitpersonen, Rollatoren und Kinderwagen müssen auf der stark befahrenen Straße bleiben, um überhaupt zum Platz der Freundschaft zu gelangen.

Die Stadt Mannheim wähnt sich bei der Inklusion im gehobenen Mittelfeld, verweist stolz darauf, dass im neuen Viertel auch barrierefreie Wohnungen entstehen. Umso verwunderlicher ist es nun, den Schwächsten, die ins neue Vorzeigeviertel gezogen sind, auf Jahre die Teilhabe am öffentlichen Personennahverkehr zu verwehren.

Nur heiße Luft

Ja, es ist alles noch Baustelle. Aber eine provisorische Rampe an einer provisorischen Bushaltestelle einzurichten oder einen Schottergehweg zu teeren, ist nun keine unüberwindbare Herausforderung.

Ebenso nur heiße Luft ist das Gerede von zukunftsweisender Mobilität auf Franklin, wie das nun in der Birkenauer Straße deutlich sichtbar wird. Dort parken die Autos der neuen Bewohner des Studentenwohnheims auf mehreren hundert Metern Länge ausgerechnet auf dem Mannheimer Radnetz.