Leserbrief

Warum droht günstigen Wohnungen die Abrissbirne?

Zum Artikel „Abschiedsfest im US-Schulhof“ vom 30. Juli:

Im Artikel über die Schließung der BEA (Bedarfsorientiere Erstaufnahmestelle für Geflüchtete) auf dem Gelände der ehemaligen US-amerikanischen „Benjamin-Franklin“-Siedlung lese ich mit allergrößtem Erstaunen, dass „... die Wohnhäuser der Amerikaner im Columbusquartier zum größten Teil verschwinden. Bauhaus und Segmüller wollen hier bauen.“

Mit Verwunderung reibe ich mir die Augen – sind nicht die Medien voller Klagen darüber, dass allüberall in der Republik bezahlbarer Wohnraum fehlt, offenbar doch auch in Mannheim? Einer der Gründe dafür ist doch der eklatante Mangel an sinnvollem Baugrund. Und in dieser Lage überlässt man zig relativ günstig zu renovierende Wohnungen der Abrissbirne?

Oder man benutzt nach eventuell unvermeidlichem Abriss die frei gewordene Fläche zur vernünftigen Neubebauung von eben diesem doch so schmerzlich vermissten Wohnraum. Dazu kommt auch noch, dass eine gewisse Grundstruktur ja bereits vorhanden und nicht neu und teuer angelegt werden muss. Aber nein, der Platz wird benötigt für einen weiteren gigantischen Baumarkt und ein zusätzlich riesiges Gartencenter!

Ich frage mich: Wie viele Baumärkte, wie viele riesengroße Gartencenter, welche Menge an immer größer werdenden Möbelhäusern (von denen ständig irgendwelche wieder schließen) braucht diese Stadt, diese Region, denn noch? Es tut mir leid: Ich fass’ es nicht, ich fass’ es nicht!

Irgendwas stimmt doch hier nicht: Entweder ist das mit dem fehlenden Wohnraum doch nicht so schlimm, wie es kolportiert wird (also „fake news“) oder es gibt eindrucksstarke Gruppen in Mannheim, die ihre Interessen rücksichtslos bei den entsprechenden Institutionen vorbringen und durchdrücken.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2v8prpx