Leserbrief

Warum erfolgte keine Reaktion der Mannschaft?

Zum Thema „Özil und der DFB“:

Ich möchte hier vorausschicken, dass ich aktiver Fußballer, allerdings nur „Hartplatzkicker“ war und Mitglied eines Samstagsstammtisches bin. Dieser Stammtisch besteht aus ehemaligen Amateur- sowie Ex-Profifußballern und Sportlern anderer Sportarten. Als das Thema Özil und Gündogan durch die Veröffentlichung der Bilder mit Erdogan aufkam, gab es am Stammtisch natürlich heiße Diskussionen.

Einige waren der Meinung, man solle hier die „Kirche im Dorf“ lassen, andere waren der Meinung, Özil und Gündogan müssten sofort aus dem Kreis des DFB-Teams ausgeschlossen werden. Ich habe damals die Meinung vertreten, dass hier der Deutsche Fußball-Bund (DFB) inklusive Löw und Bierhoff sowie die Mannschaft reagieren muss. Der DFB in der Form, dass man Spieler, welche sich nicht zu Deutschland bekennen, zu einer Weltmeisterschaft nicht mitnehmen kann. Im Übrigen wurden schon Nationalspieler bereits wegen „kleinerer Delikte“ aus der Nationalmannschaft suspendiert.

Die Mannschaft hätte natürlich auch reagieren müssen, da sich Spieler, die sich nicht zu Deutschland bekennen, sich auch nicht zur Mannschaft bekennen. Die einzige Reaktion, die hier vom DFB und von Herrn Löw kam, war die Verwunderung über die Pfiffe der Fans beim Freundschaftsspiel des DFB Teams. Die einzige Reaktion vonseiten Herrn Bierhoffs war, dass die Journalisten das Thema nur aufnehmen, weil Sie ansonsten ja nichts zu berichten hätten.

In welcher Form kann der Fan seinen Unmut über das Verhalten einzelner Spieler beziehungsweise des DFB ansonsten ausdrücken? Entweder durch Pfiffe oder Nichtbesuch der Spiele. Ich habe hier für mich entschieden, dass ich mir kein Spiel der DFB-Elf mehr anschaue, solange Özil und Gündogan mitspielen beziehungsweise keine entsprechende Reaktion des DFB oder der Spieler erfolgt (Hatte mir auch kein Spiel der Deutschen bei der WM angesehen).

Was durch das Nichtreagieren des DFB und der Mannschaft passiert ist, hat man ja bei der WM gesehen. Es stand hier keine geschlossene Mannschaft auf dem Platz. Dass allerdings nun die Reaktion von Bierhoff und Grindel diese ist, dass man Özil für das Scheitern bei der WM verantwortlich macht, ist stil- und niveaulos. Aber man sieht ja hier wieder, wie schnell die „Wendehälse“ reagieren, wenn es gilt, den eigenen Kopf zu retten und von eigenen Fehlern und Unzulänglichkeiten abzulenken. Hier bietet sich Özil natürlich als schwächstes Glied geradezu an.

Fisch stinkt vom Kopf

Dies ist im Übrigen auch die Meinung der Mehrzahl am Stammtisch. Allerdings verstehe ich auch hier nicht, weshalb keine Reaktion der Mannschaft erfolgte. Özil und Gündogan haben bei der WM für das DFB Team gespielt und waren somit Teil der Mannschaft. Auch hat die Mannschaft erklärt, dass das Thema Özil und Gündogan mit Erdogan im Mannschaftskreis kein Thema sei.

Wenn sich zu meiner aktiven Zeit ein Vorstand (Präsident) oder Manager (Spielausschuss) so über einen Spieler wie über Özil geäußert hätte, wäre mit Sicherheit aus dem Mannschaftskreis (Spielführer oder Spielerrat) eine Reaktion dahingehend erfolgt, dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit einem Funktionär, der einen Spieler so an den Pranger stellt, nicht mehr möglich ist. Aber wie der Volksmund schon sagt: „Der Fisch fängt immer vom Kopf an zu stinken“.

Info: Artikel unter https://bit.ly/2LH6v7z