Leserbrief

Zum Artikel Erster Kandidat für G 9

Warum noch überlegen?

Mit großer Verwunderung habe ich gelesen, dass die Gemeinderäte dem Antrag auf den ersten G 9-Zug in Mannheim noch mit Skepsis gegenüberstehen und sich noch nicht sicher sind, ob sie selbigen unterstützen werden. Ich frage mich wirklich, was es denn da noch zu überlegen gibt. Wenn sich in den Modellschulen 80 Prozent der Eltern für den G 9-Zug entschieden haben, wenn seit Einführung des G 8 Eltern, Schüler und Lehrer dem auch von der Grünen Landtagsfraktion als Turbo-Abitur bezeichneten G 8 skeptisch gegenüberstehen, warum müssen Teile des Mannheimer Gemeinderates noch überlegen, ob sie den Antrag auf G 9 im kommenden Schuljahr von - zunächst - wenigstens einer Mannheimer Schule unterstützen werden?

Die Argumentation, dass G 9 in Mannheim an der IGMH möglich ist, hinkt, da selbige leider nur begrenzte Aufnahmemöglichkeiten hat und nicht für alle Mannheimer Schüler wohnortnahe liegt. Auch die Waldorfschule mag nicht für jedes Kind in Mannheim die richtige Schulform sein, ebenso wenig die beruflichen Gymnasien. Schaut man nach Stuttgart, wo in der ersten Modellphase eines von 26 Gymnasien für G 9 berücksichtigt wurde, und betrachtet man zugleich den Andrang auf G 9 dort, so frage ich mich, warum man in Mannheim denkt, es gäbe keinen Bedarf für G 9. Umfragen ergaben genau das Gegenteil - viele Eltern wünschen sich für ihre Kinder die Möglichkeit, in neun Jahren Abitur zu machen, daher bin ich mir sicher, egal welche Schule in Mannheim G 9 anbietet, die Anmeldezahlen werden die Aufnahmekapazitäten um ein Vielfaches übersteigen. So hoffe ich inständig, dass die Entscheidung im Gemeinderat zugunsten des Antrages ausfällt, ansonsten ist vermutlich der G 9-Zug auch für alle anderen Gymnasien in Mannheim für die Zukunft leider abgefahren. Ferner hoffe ich, dass weitere Schulen diesen Schritt gehen werden und die notwenigen Mittel bereitstellen können, um flächendeckend in Mannheim G 9 auch in den folgenden Jahren anzubieten.