Leserbrief

Was gibt es im Herzogenriedpark noch zu sehen, zu erleben?

Zum Artikel „Automaten ersetzen Kassen“ vom 9. März:

Erst wird der Park verkleinert, dann wird die Aschenbahn entfernt, ein paar neue Sportgeräte werden aufgestellt, und irgendwann gelangt man dann zu der Ansicht, dass der Park eigentlich kein Park mehr ist, und man die Sportgeräte allen zugänglich machen sollte. So wird dann die Umzäunung scheibchenweise abgeschafft. Das nennt man Salamitaktik.

Und auch die Kassenautomaten – können da auch Rollstuhl, Rollatorfahrer mit Schwerbehindertenausweis und Begleitpersonen durch? Oder müssen diese erst um den Park herumlaufen zu einer besetzten Kasse? Aber Rollstuhl- und Rollatorfahrer haben ja sowieso nichts mehr verloren im umgestalteten „Sportsfreund“- und „Spielkamerad“-Park. Unsere Zielgruppe wurde bei der Planung außer acht gelassen. Obwohl der demografische Wandel unbestritten ist. Außerdem, Herr Költzsch, man geht in einen Park, um sich an den Blumen zu erfreuen. Wen haben Sie denn gefragt? Die Blumenfreunde nicht! Ihnen geht es doch nur darum, Geld zu sparen für Ihr Herzensprojekt, den Luisenpark (27,1 Millionen). Der Herzogenriedpark wurde einfach „umdefiniert“, ohne hohe Kosten!

Herr Ragge hat in seinem Kommentar mehr als recht. Wie schön blühte der Herzogenriedpark früher. Mit meiner Frau und unseren drei Kindern wohnten wir von 1981 bis 1989 im Herzogenried, hatten natürlich Dauerkarten für die Parks. Der Herzogenriedpark war unser zweites Wohnzimmer. Wir erinnern uns sehr gerne an wunderschöne Tage, an viele Blumen, schöne Feste, wunderbare Feuerwerke. Alles vorbei. Wenn wir jetzt den Park besuchen, kommen uns fast die Tränen, in welchem Zustand sich der Park befindet, und wohin er sich entwickelt. Ein Parkbesuch lohnt sich bald nicht mehr, denn was gibt es noch zu sehen und zu erleben?

Ich denke, dass man das, nicht aus Notwendigkeit, sondern aus Proporz eingerichtete Dezernat V, und vor allem die Dezernentin sehr gut einsparen könnte. Das eingesparte Geld würde dem Herzogenriedpark gut tun, und die Mannheimer Bürger könnten wieder auf viele blühende Blumen im Herzogenriedpark hoffen.

Frau Kubala hat den Mannheimer Parks leider nichts gebracht. Sie hat die Parks nicht weiterentwickelt, sondern sie hat ihnen im Gegenteil geschadet. Ihre Pläne werden der wunderbaren Vergangenheit dieser Parks nicht gerecht. Die angekündigten „Umgestaltungen“ im Luisenpark zum Beispiel stoßen in der Bevölkerung auf energischen Widerstand – aber das ist ihr offensichtlich egal.

Und das ist nicht der einzige Fauxpas, den sich diese Bürgermeisterin leistet und geleistet hat. Auf die unselige Müllproblematik möchte ich hier lieber nicht eingehen. Mir geht es heute vordringlich um die Blüte im Herzogenriedpark. Im Augenblick sieht es so aus, als würde die weitere Anwesenheit von Frau Kubala das Ende der Mannheimer Parks einläuten.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2G8PZgY