Leserbrief

Was Leser zum Coronavirus schreiben

Zum Thema Coronavirus:

Natürlich war es einen Aufmacher wert, dass seit Anfang März Menschen in Mannheim mit dem Coronavirus infiziert sind. Und darunter ein großes Bild aus einem Supermarkt, in dem offensichtlich Hamsterkäufe stattfinden. Ganz klein darunter der Text, dass es sich um einen Supermarkt in Oregon handelt.

Mit solch einer Schlagzeile in Verbindung mit dem entsprechenden Bild muss man sich nicht wundern, wenn bei uns die Panik immer größer wird und die Menschen als Reaktion die Supermärkte stürmen, um sich zum Teil für mehrere Wochen mit Lebensmitteln und anderem einzudecken. Ich hoffe wirklich, dass Sie in nächster Zeit wieder etwas sensibler mit diesem Thema umgehen und nicht in die allgemeine Panikmache vieler Medien verfallen. (Jürgen Roth, Ludwigshafen)

Der Rat des Gesundheitsexperten: „In diesen Tagen gilt: Alle Menschen, die erkältet sind, sollen zu Hause bleiben. Alle. Kuriert das aus und gefährdet nicht Eure Kollegen!“ Doch ganz so einfach ist es leider nicht, schließlich gelten hierzulande die Gesetze. Und die schreiben zwingend vor, sich eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu besorgen. Von der AU-Bescheinigung ist nämlich die Entgeltfortzahlung (Entgeltfortzahlungsgesetz) und das Krankengeld (SGB V) abhängig. Ebenso der in etlichen Tarifverträgen verankerte Krankengeldzuschuss. Ohne AU-Bescheinigung kein Geld. Man wird sich also notgedrungen an die momentan ohnehin überlasteten Arztpraxen wenden müssen. (Michael Schöfer, Mannheim)

In seinem Kommentar über die Berichterstattung zum Coronavirus beginnt Herr Kammholz mit einer Schilderung der Nachrichtenlage zu diesem Thema, die wohl nicht übertrieben ist. Die Ereignisse überschlagen sich und fast jede Stunde des Tages gibt es was Neues zu berichten. Es ist richtig von ihm, auf die Verantwortung der Medien in dieser Krisensituation, die mittlerweile alle Bereiche erreicht hat, hinzuweisen und eine ausgewogene Berichterstattung, die sowohl die Fakten und Tatsachen berücksichtigt, als auch die Gefahren und Konsequenzen aufzeigt. „Seriöse Medien müssen diese Entwicklungen abbilden und darauf achten, Maß zu halten.“ Warum er aber dann zum Schluss seines Kommentares eine Tatsache in den Raum stellt, wie das vorbildliche Gesundheitssystem im Verhältnis zu anderen Ländern und die Tatsache, dass wir genügend Lebensmittel, Wasser und Seife hätten, lässt mich daran zweifeln, ob er selbst das berücksichtigt, was er zuvor eingefordert hat.

Auf Seite 3 der Ausgabe vom selben Tag steht zum Beispiel ein Bericht über unser Gesundheitssystem im Zusammenhang mit den Arztpraxen vor Ort, die sich im Stich gelassen fühlen. Darüber hinaus hatten wir schon lange vor dem Ausbruch dieser Krise genügend Diskussion in den Medien und der Öffentlichkeit zum Thema Gesundheitssystem. Fehlendes Personal in Krankenhäusern und bei der Pflege, Fachkräftemangel und die Option aus dem Ausland welche zu bekommen, lange Wartezeiten für Arzttermine, Sparmaßnahmen und Skandale in Krankenhäusern und so weiter.

Im Gegensatz zu dem Verfasser bin ich der Auffassung, dass man an dieser Stelle nicht unbedingt hervorheben sollte, was so alles besser ist in Deutschland als in anderen Ländern. Sondern man sollte auch mit der notwendigen Zurückhaltung zur Kenntnis nehmen, dass wir noch nicht in einer solchen Situation sind, wie die anderen betroffenen Länder wie China oder Italien. Diese Krise wird der Prüfstein sein, ob unser Gesundheitssystem wirklich eine Vorbildfunktion hat oder aber genau dieselben Probleme haben wird wie woanders. (Jürgen Brunauer, Ladenburg)

Zu Beginn der Ausbreitung des Coronavirus hieß es: Die Seuche wird von Tier zu Tier übertragen. Dann: von Tier zu Mensch. Jetzt: von Mensch zu Mensch. Wieso hört man dann nichts von Massentierschlachtungen, wenn die Ursache der Ausbreitung vom Tier ausging? Was bekommen die infizierten Menschen für Medikamente, wenn sie für 14 Tage in häusliche Quarantäne sollen? Ist nach 14 Tagen dann alles wieder gut, wo es doch angeblich noch keine gezielten Medikamente gegen Covid19 gibt?

Ebenso heißt es: Gefährdet sind überwiegend Ältere ab 60 oder Personen mit Vorerkrankung. Was aber ist mit den Jüngsten – den Babys und Kleinkindern – wenn sie daran erkranken, obwohl deren Immunsystem noch gar nicht ausgereift und entwickelt ist? Wie werden die behandelt? Was ist, wenn in einem halben- oder ganzen Jahr noch keine wirksamen Medikamente gefunden wurden? Bricht dann die gesamte Wirtschaft zusammen? Wieso heißt es von Herrn Spahn: Wir sind hier in Deutschland gut gerüstet, während die Ärzte das Gegenteil behaupten, weil es an allem Nötigen fehlt?

Hauptsächlich die rasante Ausbreitung der Seuche über die ganze Erde bereitet Kopfzerbrechen und gibt Rätsel auf. Fragen über Fragen, auf die es momentan noch wenig Antworten gibt. Bleibt nur zu hoffen, dass es irgendwann mal nicht heißt: Das Virus stammt aus einem chinesischen Labor – und der Bevölkerung ist wie so oft die Wahrheit nicht zuzumuten. (Gunter Engert, Mannheim)

Ansteckend sind halt doch nach vielfachen seriösen Quellen und Wissenschaft auch alle, die (noch) keine Symptome haben! Es gibt in den nicht so professionellen und nicht sich selbst kritisch prüfenden Medien auch viele Falschmeldungen und populistische Stimmungsmacherei gegen Regierung & Co. Unprofessionelle soziale Netzwerke sind wahrscheinlich nicht so gute Infoquellen. Eher Robert-Koch-Institut, „Mannheimer Morgen“, „Spiegel“, „FAZ“, ZDF, ARD und so weiter. Und die sind merklich nicht alle gleichgeschaltet, sondern ringen um sachliche Diskussion und Interpretation mit teils unterschiedlichen Ergebnissen.

In einer Diktatur gibt es eine publizierte Wahrheit, die kann aber auch falsch sein, das ist schlechter. Die Kurvenverläufe zeigen: Verhältnisse wie in Italien können leider auch bei uns noch kommen. Zum Glück gibt es zum Beispiel in Deutschland etwa fünfmal mehr Intensivbetten relativ zur Einwohnerzahl als bisher in Italien. Klar sterben vor allem ältere Menschen. Und Verlangsamung der Virusausbreitung von Mensch zu Mensch soll ja gerade solidarisch diese Menschen schützen beziehungsweise absichern, dass für alle schweren Fälle Intensivstation-Plätze da sind – neben all denen, die diese wegen anderer Krankheiten brauchen.

Also Abflachung der Infektionskurve über der Zeitachse in der gesamten Bevölkerung durch Verlangsamung ist das strategische Ziel. Jeder muss mehr drauf achten und da Kinder das nicht so gut können, werden deren Einrichtungen geschlossen, was für Eltern klar eine Herausforderung darstellt. Es gibt derzeit nach allen Experten viel mehr Infizierte als die es mit Symptomen merken, wegen der sehr langen Inkubationszeit! Warte mal ab, was in ein bis zwei Wochen ist.

Keine Panik, aber vernünftiges konsequentes Verhalten und infomäßig in den seriösen professionellen Medien etwas am Ball bleiben, wäre gut. Gutes Gelingen, für uns alle! (Ronald Kreße, Mannheim)