Leserbrief

Was Leser zum Radweg durch die Feudenheimer Au sagen

Zum Artikel „Entscheidung über Radschnellweg“ vom 5. Februar:

Kann das im Sinne umweltbewusster Radfahrerinnen und Radfahrer sein? Um eine Minute Fahrzeit einzusparen, „walzen“ sie lieber Naturschutz nieder und vertreiben alteingesessene Kleingärtner? Und der Gemeinderat gibt dazu auch noch sein Okay? Gar nicht zu sprechen von den Unsummen, die dafür ausgegeben werden sollen! Wie viele Radwege an anderen Stellen in Mannheim könnten für dieses Geld ordentlich gerichtet werden…?

Mir will einfach nicht einleuchten, warum um alles in der Welt ein bestehender Radweg nicht aufgemöbelt und neuen Anforderungen angepasst werden kann. Die Begründung mit der angeblich gefährlichen Nähe zum Autoverkehr kann nicht wirklich ernst gemeint sein, oder? Sind Planer gedanklich derart eingeengt, dass sie sich da nichts einfallen lassen könnten? Oder geht es gar darum, dass es Zuschüsse nur für neue Radwege gibt? Dann sollte das aber auch gesagt werden.

Was mir noch durch den Kopf geht: Wie schnell muss man eigentlich sein, um den Radschnellweg nutzen zu dürfen? Was ist mit „normalen“ Fahrradfahrern? Was ist mit Älteren und Kindern? Dürfen die sich auf den zukünftigen Schnellweg trauen, oder werden sie dort von den Rasern aufgrund gefährlicher Nähe zu ihnen „behindert“?

Für den Umweltschutz

Um Missverständnissen vorzubeugen. Ich bin Verfechterin eines guten Rad-Wegenetzes in Mannheim und anderswo. Ich bin aber auch für Umweltschutz. Ich muss nicht über Orchideen fahren. Ich nehme mir beim Radfahren auch die Zeit, eine Raupe auf dem Radweg zu fotografieren oder gemeinsam mit meinen Enkelkindern einen Hirschkäfer vor dem Überfahren zu retten. (Angela Wolf, Mannheim)

Die Stadt Mannheim gibt 6,1 Millionen Euro für zwei Kilometer Fahrradweg durch die Au in Feudenheim aus. Was will das dem Mannheimer Bürger sagen? Der Geldfluss aus Stuttgart anlässlich der Buga wird gerne genommen, aber unverzüglich seitens unseres Oberbürgermeisters Kurz zur Klientelbeglückung umgeleitet. Die Buga also als Wahlkampfhilfe für eine schwächelnde Sozialdemokratie? (Joachim König, Mannheim)

Die Entscheidung des Gemeinderats zugunsten des sogenannten Radschnellwegs ist gegen den Bürger gerichtet. Die vom OB, seinen Beigeordneten und den sie tragenden Fraktionen (SPD, CDU, Grünen) vollmundig vorgetragene Bürgerbeteiligung spielt leider einmal mehr keine Rolle. Es gibt keinen einzigen tragenden Grund für diese Entscheidung des Gemeinderats. Auch die hehren Klimaziele, die sonst für alles herhalten müssen, was der Verwaltung ins Zeug passt, werden geradezu torpediert. (Mathias Wagener, Mannheim)

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2GyB5kV