Leserbrief

Wasserstoff-Autos besser als ihr Ruf

Zum Artikel „Willkommen in der Zukunft“ vom 21. September:

Sie berichten über den Hyundai Nexo Fuell Cell, einen mit Wasserstoff-Brennstoffzellen angetriebenen SUV aus Korea. In der Tat eine zukunftsweisende Konzeption, wenngleich in Korea nicht ganz neu. Vielen Dank für die Infos! Sie sind nötig, denn hierzulande stößt so ein Fahrzeug immer noch auf diverse Vorbehalte: „Gibt’s denn sowas überhaupt?“ – „Wasserstoff? Viel zu gefährlich! (Wasserstoffbombe!)“ – „Brennstoffzelle? Geht doch sofort kaputt!“ und dergleichen.

Noch weniger Menschen wissen, dass außer dem Hyundai Nexo noch drei weitere Wasserstoff-Autos in den Schaufenstern stehen, zwei davon bei den Japanern: der Honda Clarity Fuel Cell und der Toyota Mirai. Aus deutscher Produktion erst seit 2018 der Mercedes GLC F-Cell, auch ein SUV und bei weitem der teuerste (voll ausgestattet an die 70 000 Euro).

Stromerzeugung aus Kohle

Ein handliches Auto im Golf-Segment fehlt immer noch. Aus Deutschland sowieso, denn unsere Autokonzerne waren ja vornehmlich mit der Entwicklung und Einbau von Betrugssoftwares beschäftigt statt mit der Entwicklung von alternativen Antrieben. Ich würde mir weitere Berichte über Pkw mit alternativen Antrieben wünschen, auch im Vergleich zu den so gern propagierten E-Autos, die sogar mein VW-Kraftfahrzeugmeister für einen „Irrweg“ hält.

Für umweltbewusste Autofahrer ohnehin inakzeptabel, solange der Strom zu einem Drittel aus Kohle stammt. Auf das Hauptproblem der Wasserstoff-Antriebe weisen Sie hin: das viel zu dünne Tankstellen-Netz. Das wiederum hängt zusammen mit dem Fehlen von H2-Speicheranlagen zu den Wind- und Solar-Parks. Wir lassen lieber die Windräder still stehen oder verramschen überschüssigen Strom, statt die saubere Energie in Power-to-Gas-Anlagen mit Wasserstofftanks zu speichern. Mir unbegreiflich, wie so vieles in unserer Energiepolitik.

Manfred W. Hellmann, Viernheim

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2AROKhU

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