Leserbrief

Leserbrief: Zum Artikel "Region übernimmt eine Vorreiterrolle" (FN 22. September)

Weikersheimer Sonnenfinsternis

In ihrem Artikel würdigen die Fränkischen Nachrichten zurecht die Arbeit des Ingenieurbüros unter Leitung von Professorin Martina Klärle aus Schäftersheim, das mit dem Projekt "Sun Area" für all dienjenigen Bürger einen wichtigen Service leistet, die aktiv etwas tun möchten im Kampf gegen die Auswirkungen des Klimawandels und sich deshalb überlegen, auf ihrem Dach eine Photovoltaik-Anlage zu investieren.

Wie die FN schreiben, wird es künftig möglich sein, über das Internet eine genaue individuelle Prognose für das eigene Hausdach zu erfahren, also damit ein wichtiges Instrument zur Entscheidung nutzen zu können.

Wie toll das funktioniert, kann der interessierte Bürger am Beispiel Osnabrück im Internet unter der Adresse http://geodaten.osnabrueck.de/website/SunArea/viewer.htm erfahren. Man gibt seine Adresse ein und erhält nicht nur eine Beurteilung, inwieweit sich sein Hausdach eignet, sondern auch einen Hinweis auf die maximale Größe einer Anlage und den daraus erzielbaren wirtschaftlichen Nutzen. Eine Supersache also, die für viele Hausbesitzer eine lohnende Maßnahme sein kann, nicht nur aus ökologischen, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen.

Dieses bundesweit bekannte Projekt wird in ein paar Wochen mit einem international hoch anerkannten Preis ausgestattet, dem Deutschen Solapreis 2009, verliehen von der European Association for Renewable Energy Eurosolar und durch den bekannten Fernsehmoderatoren Franz Alt. Als Weikersheimer darf man sich da mitfreuen, wenn ein im Ort ansässiges Team eine solche Würdigung erzielt.

Schade nur, dass ausgerechnet die Weikersheimer Bürger nicht von diesem Projekt profitieren werden, weil die Stadt offensichtlich nicht bereit war, die aus meiner Sicht läppischen Anteil von "bis zu 1500 Euro" für die Veröffentlichung im Internet zu übernehmen. Diese Summe wurde auf einer Infoveranstaltung der Firma Roto kürzlich genannt, um diesen Service auch tatsächlich im Internet abrufen zu können.

Wer versteht denn so was? Anstatt diese Arbeit einer ortsansässigen Denkschmiede zu unterstützen, soll die Veröffentlichung der Ergebnisse verhindert werden? Mir fallen auf Anhieb drei Weikersheimer Unternehmen ein, die mit Photovoltaik ihr Geld verdienen und Arbeitsplätze bieten. Würden die nicht direkt davon profitieren, wenn der ein oder andere Bürger sich neu für eine solche Anlage entscheiden würde?

Warum sollen Weikersheimer Bürger nicht dieselben Möglichkeiten wie fast alle anderen Bürger des Main-Tauber-Kreises haben?