Leserbrief

Zum Thema Feudenheimer Au

Wem nützt es?

Nach einer Buga-Bewerbung ohne irgendein Klima-, Umwelt-, Städtebau- oder Verkehrsgutachten war die übergestülpte Berliner Inszenierungsshow von nahezu der Hälfte der wahlaktiven Mannheimer abgelehnt worden. Die Stadtverwaltung setzte sogenannte "Planungsgruppen" ein, in denen sich 120 Bürger, davon ein Drittel Politiker, mit der Thematik auseinandersetzten und Empfehlungen aussprachen.

Die Tinte auf dem inzwischen vorliegenden Klimagutachten ist noch nicht getrocknet, die Ergebnisse der "Planungsgruppen" noch nicht veröffentlicht, und schon ist alles Makulatur: Im Landschaftsschutzgebiet sollen ein "Rutschenparadies" und ein "Piratenschiff" entstehen, die Innenstadt-Klimakühlung ist weniger wichtig als die U-Halle auf Spinelli, dichte Wohnbebauung heizt Käfertal weiter auf, Kleingärtner sollen einer Gartenschau weichen, das Umziehen von Sportvereinen ist dann wohl "alternativlos".

Die Frage etwa nach der Sinnhaftigkeit einer Straßenverlegung, die, um es sarkastisch zu formulieren, außer Kosten nur Nachteile bringt, darf man wohl schon nicht mehr stellen. Und die Sondersitzung zum Thema Wohnraumplanung ist nichtöffentlich, Bauunternehmer und Lobbygruppen dürfen jedoch mitreden.

Cui bono? Wem nützt es? Straßen-, Garten- und Wohnungsbauunternehmer werden gut verdienen, und sicherlich spielen Grundstückspreise auch eine verdeckte Rolle bei dem Geschäft - aber ist es das, was wir Mannheimer wollen?

Die Beratungsresistenz der Stadtverwaltung bezüglich des Gemeinwohls kann auch den solidesten Bürger in die Protestwahl treiben.