Leserbrief

Wer spendet an welche Götter?

Zum Leserbrief von Gerhard Bleckmann „So sehen Leser Franz Alts Text zur Erderwärmung“ vom 25. August:

Herr Bleckmann stellt fest: „Kernkraft ist die sicherste Energiequelle, die wir kennen.“ Die Bewohner der Umgebung von Tschernobyl und Fukushima jedenfalls hat er außer Acht gelassen. Zum Wunder-AKW Typ IV: EDF/Areva und Konsorten haben es nach zwölf Jahren Bauzeit nicht geschafft, den Typ 3/3+ in Flamanville (Frankreich) und Olkiluoto (Finnland) in Betrieb zu nehmen.

Für den im Bau befindlichen Block in der Normandie waren Baukosten von 3,3 Milliarden Euro budgetiert. Der Bau wurde Ende 2007 begonnen und sollte 2012 in Betrieb gehen. Nun ist die Inbetriebnahme für 2020 geplant, nach zwölf Jahren Bauzeit, und es werden Kosten von mindestens elf Milliarden erwartet. Von bereits bekannten Materialfehlern im Boden und Deckel des Reaktordruckbehälters nicht zu reden, die vom Betreiber und den Kontrollbehörden heruntergespielt werden.

Für Bau von Atomwaffen

Die Atomkraft wird überall auf der Welt subventioniert. Für das im Bau befindliche AKW Hinkley Point C in England wird dem Betreiber von der britischen Regierung über 30 Jahre ein kWh-Preis von knapp elf Cent garantiert, wohlgemerkt plus Inflationsausgleich. Zusätzlich gewährt die Regierung eine Kreditbürgschaft in zweistelliger Milliardenhöhe, um die Finanzierungskosten zu senken.

Britische Wissenschaftler kamen nach einer Prüfung der Pläne und Unterlagen allerdings zu der Überzeugung, dass das Atomkraftwerk gar nicht primär gebaut werde, um Strom zu erzeugen. Vielmehr gehe es darum, das britische Atomwaffenarsenal zu erneuern. Wer spendet da wohl an welche Götter?

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2wv6zkl