Leserbrief

Leserbrief Zum städtischen Alten- und Pflegeheim in Bad Mergentheim / Geht eine Ära zu Ende?

Wie geht es mit dem Altenheim weiter?

Geht eine Ära zu Ende? Elisabeth und Denni Hoffmann stifteten 1927 insgesamt 125 000 Reichsmark der Stadt Bad Mergentheim zur Errichtung eines Altersheimes für die Bürger der Stadt. "Elisabeth-Denni-Hoffmann-Stiftung".

Das Gebäude, welches im Eigentum der Stadtgemeinde bleiben muss, darf für alle Zeiten seiner Zweckbestimmung niemals entzogen werden. Aus der Satzung des Städtischen Altenheim, festgesetzt am 22. November 1928; Gemeindeprotokoll Paragraf 52, heißt es u.a. das Altersheim ist eine Stiftung. Nach der Stiftungsurkunde vom 3. November 1927 hat die Stifterin für die Erbauung des Altenheimes der Stadt Bad Mergentheim 125 000 Reichsmark übergeben. Die im Gemeindeprotokoll erwähnte Stiftungsurkunde ist im Stadtarchiv leider nicht vorhanden.

Aufgrund der Nachfrage wurde 1968 die neben dem Altenheim gelegene Kurpension "Haus Sonneck" von der Stadt erworben und danach zu einer Dependance umgebaut. Damit entstanden weitere 20 Zimmer. Das Altersheim wurde bis 1985 von Ordensschwestern der Kongregation der Töchter des Allerheiligsten Erlösers (Würzburg) betreut unter der Trägerschaft bzw. Verwaltung der Stadt Bad Mergentheim.

Nachdem es keine Nachkommenschaft der Nonnen gab, übernahmen sogenannte weltliche Schwestern die Arbeit im Haus.

1988/1989 wurde umfangreich renoviert. Aus dem Altersheim wurde aufgrund der demografischen Veränderungen sehr schnell ein Alten-und Pflegeheim. Ein Haus mit Tradition, gutem Ruf und exzellenter Auslastung. Wie Herr J.Spellbrink richtig zitierte: "Die Krone der Ehre ist für einen Menschen, das Alter." Nach diesem Motto wurde gepflegt und betreut.

Das angrenzende Areal Richtung Denni Hofmann-Straße wurde von der Stadt über Jahrzehnte hinweg gepachtet. Nachdem die Eigentümerin dieses über fünf Ar großen Stückes Landes verstarb, kaufte es die Stadt Bad Mergentheim um einen eventuellen Bau eines z.B. Wohnhauses zu verhindern und das schöne Grundstück zu erhalten.

Auszug aus der Zeitung vom Februar 2004: ". . .so dass man heute mit großem Stolz vom 'Haus Elisabeth' sprechen könne, ein Vorzeigemodell in der pflegerischen Versorgung der Senioren. Der Mensch steht hier im Mittelpunkt und das ist nicht nur ein Lippenbekenntnis", machte Oberbürgermeister Dr. Lothar Barth die würdige Betreuung und Pflege im Haus deutlich. - Was für mich bedeutet, ich tue alles, um dieses Haus zu erhalten.

Ja, das war einmal. Die momentane Situation des Alten-und Pflegeheimes ist prekär. Von vielen in der Stadtverwaltung und Gemeinderat als Anhängsel der Stadt gesehen, das nicht notwendig sei, " es gibt genügend Alten-und Pflegeheime in der Umgebung". Es gab auch andere Alternativen, es musste nicht ein Eigenbetrieb sein.

Nun ging die Suche los. Was jeder informierte Bürger der Stadt sicherlich weiß. Dieses Spielchen wird seit Jahren gespielt. Auf Kosten der Heimbewohner und Mitarbeiter.

Ja, wie geht es weiter? Nachdem viele der Interessenten zur Übernahme nicht mehr vorhanden sind und zurzeit die Bewohner der Dependance ins Haus Elisabeth umziehen, fragt man sich schon, wie die Zukunft aussieht.

Bei einer Schließung des Hauses und Verkauf des Grundstückes, (wobei ich annehme, dass der Wert des Grundstückes sicherlich beträchtlich ist und der Stadtsäckel sich freut), darf man ja nicht die Mitarbeiter vergessen, die kosten auch noch.

Ich möchte aber nicht all zu Schwarz sehen, vielleicht gelingt es einigen Mitgliedern des Gemeinderates doch noch eine vernünftige Lösung zu finden und auch OB Dr. Barth würde es sicherlich gut tun in seinem Wahljahr (2011) dafür zu sorgen, dass es ein gutes Ende nimmt.