Leserbrief

Wir als Souverän werden vorgeführt

Zum Thema „Rheindamm im Mannheimer Süden“:

Für sinnvolle Vorhaben, einseitig begründet und realisiert, wurde in der Vergangenheit urbanisiert, Bäume gefällt, Flüsse begradigt, Häuser, gar ganze Ortsteile plattgemacht. Stichhaltige, unwiderlegbare Gründe klangen immer schlüssig. Den Rest besorgten Durchsetzungskraft der Argumente plus Meinungsumlenkung der Macht-Macher. Freies Schussfeld? Eine Startbahn in Breslau? Haussmans Prachtboulevards in Paris? Tullasche Rheinbegradigung? Von Heimerich bis Reschke forcierter Abriss beschädigter Bausubstanz? Unter Federführung der grünen Dame Felicitas Kuballa Todesstöhnen unzähliger Mannheimer Bäume?

Vernichtung ist alternativlos

Nun geben uns die von der grün-schwarzen Stuttgarter Regierung beauftragten Fachleute die nächsten Kröten zu schlucken: Baumvernichtung zwecks Hochwasserschutz ist alternativlos! Damit würden Renaturierungsmaßnahmen, in deren Zuge bewusst auf Durchwurzelung der Randbereiche wert gelegt wird, ad absurdum geführt! So werden wir als Souverän vorgeführt und unser ungläubiges Lachen bleibt uns im Halse stecken. Wohlgemerkt: Wir sprechen hier nicht von Sturmflut-Schutzdeichen an der Nordsee!

Was soll’s. Macht doch alle weiter bis zum bösen Erwachen! Schließlich zeugt Homo sapiens Kinder wie die Karnickel, urbanisiert, betoniert und konsumiert, was das Zeug hält. Unsere Vielfalt in Einfalt scheint unerschöpflich . . . Oder, als unser Hoffnungsschimmer: Verpasst dem Damm, wie den Wasserbau-Ingenieuren, zwecks Ertüchtigung ein starkes Rückgrat. Ob diese Vorrichtung dann Spundwand heißt, ist wohl zweitrangig. Ansonsten scheint doch jede Untat gerechtfertigt, solange sie dem Gemeinwohl der Menschen dient – wie Ressourcengenerierung auf Teufel komm raus . . . oder wie Massenvernichtungswaffen zum Schutz der Massen . . . ! Bis dahin ernten wir schnell die Keschde und Brombeeren zwischen Damm und Schrebergärten!

Info: Originalartikel z. B. unter https://bit.ly/2ummP6j