Leserbrief

Wir brauchen mehr Menschen wie Greta Thunberg

Zum Leserbrief „Thunberg als neuer Messias“ vom 2. November:

In seinem Leserbrief macht Herr Menz auf die Entstehung einer neuen Religion aufmerksam. Gemeint ist der „Klima-Aktivismus“ mit Greta Thunberg als Messias. Nanu, denke ich, eine neue Religion? Wie schrecklich! Bekommt die Auto- und Wachstumssekte etwa Konkurrenz?

Will da jemand am Status meiner Karre kratzen? Das geht aber gar nicht! Doch nach genauem Überlegen komme ich zu dem Schluss: Warum soll eine Person, die lediglich die Forderungen der Wissenschaft unterstützt, ein Messias sein? Warum ist Wissenschaft plötzlich eine Religion? Die Antwort hierzu bleibt wohl das Geheimnis von Herrn Menz. Völlig unverständlich ist mir die Kritik an Greta Thunberg. Sie solle über die Tragweite ihrer Forderungen nachdenken. Ja geht’s noch? Der Planet wird an die Wand gefahren und Greta soll über die Tragweite der Forderungen aus der Wissenschaft nachdenken?

Wenn Greta als „Pippi Langstrumpf“ den „dummen Erwachsenen“ mal gehörig ans Bein tritt, dann hat sie vollkommen recht. Gewisse Erwachsenen können sowieso nur auf höchstem Niveau jammern. Wir haben zum Beispiel in Deutschland einen nie gekannten Wohlstand, aber kaum sollen wir uns mal mäßigen, tun viele so, als seien sie bettelarm und ihnen wären keine Einschränkungen zuzumuten. Dabei ist Armut in Deutschland in erster Linie ein soziales Verteilungsproblem und hat mit Klima- und Naturschutz wenig zu tun. Wie wäre es denn mal mit einem höheren Mindestlohn?

Der Zukunft nicht gewachsen

Aber wir haben ja jetzt unser Klimapäckchen von unserer Bundesregierung mit Maßnahmen, die relativ wenig bringen, dafür aber viel zu teuer sind. Und wieder einmal hat sich das Prinzip „wasch mich, aber mach mich nicht nass“ durchgesetzt. Hier zeigt sich doch nur mal wieder, dass so mancher Politiker einfach nur mutlos und den Herausforderungen der Zukunft nicht gewachsen ist.

Wir brauchen viel mehr Menschen wie Greta Thunberg, die Mut haben und Verantwortung zeigen, damit sich etwas bewegt. Und so hoffe ich, dass Greta Thunberg und die Fridays for future-Bewegung weiterhin am Ball bleiben und nicht aufgeben.

Bernhard Hartkorn, Lampertheim

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2CsyWmx

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