Leserbrief

Leserbrief: Zur Bundestagswahl

Wir drehen uns im Kreis

Seit Inkrafttreten der Hartz IV -Reform drehen wir uns stetig im Kreis. Anstatt für Besserung zu sorgen, wird alles immer schlimmer. Statt die Sätze anzuheben, wird immer mehr angerechnet. Selbst die Erhöhung des Kindergeldes um zehn Euro kommt zwar den Reichen zu gute, den Hartz IV-Empfängern wird es vom Regelsatz abgezogen.

Statt fehlerfreien Bescheiden und Förderung von Eigenbemühungen um einen neuen Job, sind die Mitarbeiter der ARGE überlastet, Anträge bleiben liegen, die Menschen bekommen kein Geld und Förderungen werden abgelehnt.

Ich selbst wollte den Lkw-Führerschein machen, um endlich einen Job zu bekommen. Dazu forderte die ARGE eine feste Einstellungszusage eines Arbeitgebers, die ich dann auch vorlegen konnte. Trotzdem wurde dieser Antrag auf Förderung nicht bewilligt. Den neuen Job war ich los, bevor ich ihn antreten konnte. Das alles kann und darf nicht länger so hingenommen werden. "Die Würde des Menschen ist unantastbar", sagt Artikel 1 des Grundgesetzes. Wo bitte bleibt bei Hartz IV die Würde des Menschen? Die meisten Menschen wollen arbeiten und mit ihrer Arbeit ihr eigenes Leben finanzieren können. Wann hört es endlich auf, Hartz IV - Empfänger in die Schublade der Faulen zu stecken? Muss denn die Mehrheit der Arbeitsfähigen erst arbeitslos sein, um mit diesem Vorurteil über eine "Noch-Minderheit" aufzuräumen? Auch ich möchte ein würdiges Leben führen können. Ich kann nichts dafür, dass dieser Finanzkapitalismus dafür sorgt, dass immer mehr Menschen ohne Arbeit sind und auch mit Arbeit nicht mehr genug zum Leben haben. Ich würde dies gerne ändern, damit die Menschen wieder in Würde leben können und zwar mit Arbeit. Es muss endlich Schluss sein damit, dass die Reichen immer reicher werden und die Armen immer ärmer. Wir brauchen eine soziale Gesellschaft und dafür auch eine soziale Politik. Ich mache mir große Sorgen um die nächsten Wahlen. Viele Menschen denken, dass sie eh nichts ändern können, wenn sie wählen. Damit vergeben wir aber unsere einzige Chance, die Entscheidungen über unser Leben zu beeinflussen. Ich bin der Meinung, wir können etwas ändern und wir müssen etwas ändern. Wir müssen endlich eine andere Politik wählen und die FDP darf nicht an die Macht kommen. Diese rein am Kapital orientierte Politik hat uns doch dahin gebracht, wo wir heute sind. Wählen gehen ist angesagt und den Mut haben, etwas Neues zu probieren. Ich wähle links.