Leserbrief

Wir gehören der Natur

Zum Artikel „Braunbär wandert nach Bayern ein“ vom 25. Oktober:

Braunbären verhalten sich naturgemäß scheu und unauffällig. Hervorgerufen durch die Zerstörung ihres Lebensraumes werden immer mehr Tiere auf der Internationalen Roten Liste durch menschliche Landnahme als gefährdet erscheinen. Populationen und geeigneter Lebensraum schwinden drastisch.

Deutschland kann sich davon nicht freisprechen. Die Landnahme durch wildlebende Tiere ist dagegen ein eher seltenes Ereignis. Nur der Mensch macht den angestammten Lebensraum der Tiere streitig. Wie rasch ist der Mensch beim Abschießen, Ausrotten, Vertreiben dabei, sobald ein Tier sich seinem angestammten Lebensraum nähert. Das war schon immer eine probate Strategie, um den vorrangigen Interessen des Menschen gerecht zu werden. Die Hinterlassenschaft der Tiere, oft Anlass zur Dezimierung, ist gänzlich harmlos im Hinblick auf das, was der Mensch der Natur aufbürdet.

Der Begriff heißt „Interessensausgleich“ – welch ein armseliges Argument. Wann werden Wolf, Wildschwein und Braunbär endlich lernen, auf der ihnen zugewiesenen Parzelle ein glückliches Leben zu führen und vor allem endlich den Nachwuchs zu begrenzen? Und wann den Zweck von Zäunen und Verbotsschildern begreifen – sowie die Vorteile einer veganen Lebensweise?

Nur scheinbar vernünftig

Vom Menschen und seiner industriellen Landwirtschaft gewiss nicht. Der Mensch wird diese Welt solange zu seinem Nutzen umgestalten und missbrauchen, bis für Flora und Fauna kein naturbelassener Raum mehr vorhanden sein wird. Von einem artgerechten Leben ganz zu schweigen. Wo der Mensch in die Schöpfung eingreift, entsteht nur scheinbar Vernünftiges.

Die Natur gehört uns nicht, wir gehören der Natur. Schon Konfuzius wusste das 500 vor Christus. Doch diese Erkenntnis ist offenbar verloren gegangen.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2r7qpmF