Leserbrief

„Wir sollten uns schämen“

Zum Thema Flüchtlingspolitik:

Wir sollten uns schämen! Ja, das sollten wir alle tun, die wir tatenlos und ignorant dem Treiben auf den griechischen Flüchtlingsinseln, insbesondere Lesbos, zusehen, ohne einen Finger zu rühren oder den Mund aufzumachen. Seit Jahren leben hier Erwachsene und Kinder in einem völlig überfüllten Lager unter Bedingungen, die wir uns hier in der wohlhabenden Mitte Europas nicht ansatzweise vorstellen können und vor allen Dingen auch nicht wollen.

Überfluss an Wohlstand

Und die EU? Sie schaut zu und diskutiert, wie einst Monty Pythons judäische Volksfront als es um die Rettung des Messias ging. Die Würde des Menschen ist, so soll es angeblich im ersten Artikel unseres Grundgesetzes stehen, unantastbar. Die Erfahrung, dass dies im täglichen Leben schnell vergessen wird, hat wohl jeder einmal gemacht. Aber es sollte nicht der Grund sein, wegzuschauen, sich den inhumanen und menschenverachtenden Szenarien, die in der Welt und gerade jetzt auf Lesbos vor sich gehen, zu verweigern.

Wenn wir, Bevölkerung und Staat, einen kleinen Teil unseres sich im Überfluss befindlichen Wohlstands etwas bescheidener betrachten, und ob monetär oder durch humanitäre Hilfe Beiträge leisten, dann werden sich Dinge ändern, aber nur dann. (von Ute Ruppert, Edingen)