Leserbrief

Wo beginnt die Macht der Männer über die Frauen?

Zum Artikel „Weiter Streit um Gedicht“ vom 14. Oktober:

Dieses zarte, poetische Gedicht, in dem Herr Gomringer die Frauen „bewundert“ wird einfach „überrollt“. Hierfür möchte ich mich gerne bei ihm persönlich entschuldigen. Ich kann nur zitieren, was Herr Bager schreibt: „Das argumentativ-begriffliche Chaos ist perfekt.“ Das alttestamentliche „Hohelied der Liebe“, ein Text über den Zauber der Sinnlichkeit, hat seine überaus große Bedeutung erst durch die Kanonisierung in der Bibel erfahren.

Nachdem meines Wissens die Bibel von Männern geschrieben wurde, wäre es überlegenswert, diesen Text aus der Bibel zu streichen. Aber was machen wir mit Poeten, die sehr freizügig die zwischenmenschliche Liebe beschrieben wie Pablo Neruda, Ernesto Cardenal, der übrigens auch als Geistlicher die menschliche Liebe in Gedichten darstellte, mit Frauen wie Ciaconda Belli oder Else Lasker-Schüler? Wo beginnt und endet die Macht der Männer über die Frauen? Und was können Frauen dazu tun, diese rechtzeitig zu verhindern? Ein Thema, das meines Erachtens beide Seiten betrifft.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2EbYIhC