Leserbrief

Wohin soll Wirtschaft wachsen?

Zum Debattenbeitrag „Wie können wir den Wachstumszwang überwinden, Herr Schneider-Wedding?“ vom 28. März:

Dem Faktor „Wirtschaftswachstum“ wurde und wird anscheinend jetzt wieder alles untergeordnet. Die Diskussionen über Kaufprämien für Autos und über Fußballspiele lassen mich nur hilflos den Kopf schütteln. Ich möchte nicht unterstellen, dass es dabei „nur“ ums Geld geht, aber der Verdacht rumort in mir.

Alles soll möglichst schnell wieder normal werden. Das wünschen wir uns natürlich auch alle. Aber es wird nichts mehr normal werden, weil wir alle miteinander viel zu lange über unsere Verhältnisse gelebt haben. Das Virus wird nicht verschwinden, auch die Klimakatastrophen und zunehmende Flüchtlingsströme nicht.

Sich zu ändern, fällt schwer

Wohin soll denn die Wirtschaft noch wachsen und wovon soll sie wachsen? Unser Wirtschaftswachstum hier geht doch immer nur auf Kosten anderer. Brauchen wir 400 PS starke SUVs, 60 neue Oberbekleidungsteile im Jahr, jeden Tag Fleisch auf dem Teller? Die Beispiele könnten fortgeführt werden. Sich zu ändern, Gewohnheiten aufzugeben, fällt schwer. Aber gerade haben wir bewiesen, dass wir es können. Lasst es uns auch ohne den Coronaviruszwang zeigen, dass wir es können.

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/2JNeJvo