Leserbrief

Leserbrief Zu „Autorität verloren“ und „Nur gemeinsam“ (FN, 15. Juni)

Wunderbares Beispiel für die Streitkultur

Warum ist Streit etwas Gefährliches? In jeder Nachrichtenredaktion trifft man sich und streitet darüber, was veröffentlicht werden soll oder muss. Warum wird dieser Streit nicht veröffentlicht!?

Wenn Parteien sich streiten (ansonsten brauchen wir keine Parteien; es reicht die Einheitspartei!?) verliert die eine ihre „Autorität“ und der andere „provoziert“ einen „Riss quer durch die Union“.

Zur demokratischen Kultur gehört die Auseinandersetzung nun einmal dazu. Was den Streit in der Union angeht, ist das für mich ein wunderbares Beispiel der Streitkultur.

Beide Seiten geht es um eine geordnete Flüchtlingspolitik. Die CSU glaubt, einen Weg einzuschlagen, den andere Länder in der EU bereits eingeschlagen haben. Dieser Weg scheint dem Volk sehr nahe zu stehen; zwei Drittel stehen hinter dem Innenminister!

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Ganze im Blick, Europa. Sie ist davon überzeugt, dass man gute Lösungen nur mit allen europäischen Staaten finden wird.

Der Unterschied besteht im Wie oder welcher Weg ist der bessere.

Bei solch einer Diskussion von „Autoritätsverlust“ oder gar von einem „Riss quer durch die Union“ zu schreiben, halte ich für äußerst „provozierend“.

Das aber scheint nun einmal die Aufgabe der Medien zu sein!?

Wir werden sehen und hören, Politik in Deutschland funktioniert; sogar in den Unionsparteien! In der SPD haben im letzten Jahr wegen solch einer Streitkultur gleich zwei Parteigrößen ihr Amt verloren!