Leserbrief

Zuerst muss etwas passieren

Zum Artikel „Radler fahren ungern Umwege“ vom 12. März:

Als täglicher Nutzer der „Fahrradstraße“ Mönchwörthstraße kann ich nur sagen, dass die Neckarauer Straße die sicherere Variante ist! Ohne Rücksicht wird man in der Mönchwörthstraße ständig mit hohem Tempo bedrängt und mit geringstem Abstand überholt.

Wer dies mit eigenen Augen erleben will, sollte mal nachmittags zwischen 16:45 und 17:30 Uhr einfach mal mit dem Rad ab Fachhochschule bis Rottfeldstraße die Mönchwörthstraße rauf und runter fahren. Oft lebensgefährlich. Ich bin die Einzige in der Familie, die dort noch fährt, weil die Luft etwas besser ist als an der Neckarauer Straße.

Bereits am 14. Juli 2015 hatte ich in einem Leserbrief an diese Zeitung auf die erhöhte Unfallgefahr an Kreuzungen mit Fahrradwegen am Beispiel der Verkehrsachse vom Lindenhof nach Neckarau (Lindenhofstraße, Meeräckerstraße, Steubenstraße) hingewiesen. Anlass war ein Fahrradunfall an der Kreuzung Emil-Heckel-Straße/Lindenhofstraße gewesen.

Schon damals hatte ich vorgeschlagen, den Fahrradweg bei Einmündungen untergeordneter Querstraßen signalrot zu markieren, damit Autofahrer rechtzeitig erkennen, dass ein Fahrradweg kreuzt. 2017 gab es an der Einmündung Steubenstraße/Feldbergstraße im September, Oktober und November jeweils einen schweren Fahrradunfall wegen Missachtung der Vorfahrt durch Autofahrer. Wo die rote Farbe des kreuzenden Fahrradweges verblasst ist, erkennt der Autofahrer diesen möglicherweise zu spät.

Mein Vorschlag an den Fachbereich, die rote Farbe zu erneuern, wurde erst nach dem dritten Unfall in Erwägung gezogen. Trotzdem hat es immer noch ein Jahr gedauert, bis Ende November 2018 an der Einmündung zur Feldbergstraße und dem Hans-Sachs-Ring neue rote Farbe aufgetragen und die entsprechenden Verkehrsschilder angebracht wurden.

Nur zwei Einmündungen sind aber nicht genug, weitere müssen folgen. Im SWR wurde zur neuen Unfallstatistik angemerkt, dass drei Viertel der Fahrradunfälle durch unachtsames Abbiegen von Autofahrern verursacht würden.

Dabei gibt es durchaus Präventionsmaßnahmen zur Vermeidung von Fahrradunfällen, andere Städte sind da vorbildlicher als die „Fahrradstadt“ Mannheim, zum Beispiel Darmstadt.

In Mannheim kommt als erstes die Frage, ob es sich um einen Unfallschwerpunkt handle. Das heißt, es muss zuerst etwas passieren, damit man tätig wird. Unfallprävention ist offensichtlich nicht so wichtig. Auch der katastrophale Zustand der Straßen ist eine ständige Gefahrenquelle für Fahrradfahrer. Aber das ist in Mannheim eine chronische Krankheit. Gudrun Höfer, Mannheim

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2Fybwxv