Leserbrief

Zum Debattenbeitrag "Alltagsrassismus": Beleidigungen immer ein Problem

Zum Artikel „Wie äußert sich Alltagsrassismus in Deutschland, Herr Mabanza?“ vom 11. Juli:

Herr Mabanza berichtet davon, dass er selbst, aber auch andere Mitglieder der „schwarzen Community“ in Deutschland, schon oft im zwischenmenschlichen Bereich vielfältige Formen von Rassismus, also herabwürdigenden Verhaltensweisen von Deutschen, erlebt haben.

Er sagt, oft sei den Deutschen, die solche Verhaltensweisen zeigten, die Wirkung ihres Verhaltens gar nicht bewusst. Ich glaube auch, dass es schon erniedrigend und demotivierend für Schwarze sein muss, solche herabwürdigende Verhaltensweisen durch Einheimische erleben zu müssen, wenn sie sich um berufliche und gesellschaftliche Integration hier in Deutschland bemühen. Das darf nicht sein und es ist gut, dass Herr Mabanza uns in seinem Bericht dafür sensibilisiert.

Herr Mabanza betont ferner, dass Rassismus gegenüber Menschen schwarzer Hautfarbe die Fortsetzung der Erniedrigung ist, die die europäischen Kolonialmächte vor über hundert Jahren gegenüber den Eingeborenen in ihren Herrschaftsgebieten in Afrika gezeigt haben. Historisch gesehen hat Herr Mabanza da sicher recht, wobei in diesem Falle klar gesagt werden muss, dass hier die Schuld alle europäischen Kolonialmächte trifft, die solche Formen der Erniedrigung aufgrund ihrer Macht gegenüber den Eingeborenen gezeigt und angewandt haben. Interessant finde ich auch, dass Herr Mabanza in seinem Beitrag auch zugesteht, dass Deutsche, die sich zum Beispiel dafür einsetzen, dass man politisch mehr deutsche Eigeninteressen verfolgen sollte, oft als Nazis denunziert oder eingeschüchtert werden. Dies zeigt, dass er einen objektiven und vielfältigen Blick auf die Probleme hat.

Um Integration bemühen

Ich glaube, dass solche rassistischen Beleidigungen von Einheimischen gegenüber Schwarzen, egal ob in Deutschland, USA oder einem anderen Land, immer ein Problem sein werden. Wenn Einheimische in ihrem Land oder ihrer Umgebung ein Gefühl von Überfremdung haben, können sich solche Verhaltensweisen zeigen. Oft sind sie auch das Ergebnis von Unzufriedenheit oder Frust mit dem eigenen Leben oder Alltag. Dieser Frust wird dann auf Menschen anderer Hautfarbe projiziert, indem man da seine Wut entlädt. Wenn Deutsche oder Einheimische im direkten Kontakt gute Erfahrungen mit um Integration bemühten Migranten oder Menschen schwarzer Hautfarbe machen, lässt sich dem Rassismus natürlich am besten vorbeugen. Nur ist das im Alltag nicht immer möglich.

Robert Schnörr, Mannheim

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/331wVwj

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