Leserbrief

Zum Wohl des Landes entschieden

Zum Leserbrief „Für ein paar Silberlinge verkauft“ vom 2. Juni zum Thema Windenergie:

Es erfüllt mit Verwunderung, wenn Rainer Tiede die Beteiligung von Gemeinden aus Windenergie als „Silberlinge“ bezeichnet. Da, wo eine lokale Stromerzeugung aufgebaut wird und Gewinne fließen, ist es richtig, wenn Anwohner und Kommunen von vornherein ihren Anteil erhalten, anstatt die Wertschöpfung an entfernte Betreiber abzugeben. Geld, das in der Region bleibt, nützt allen. Das sollte für einen Bibliser Bürger kein Novum sein – wieso sollte dieser Vorteil nun anderen Kommunen verwehrt bleiben?

Dass Herr Tiede sich um die Gesundheit von Mensch und Natur anderenorts (im Ried fehlt es am nötigen Wind) sorgt, ist der Anerkennung wert. Doch die dramatisierten Nachteile sind weitaus geringer als behauptet. So werden die Standorte jahrelang bei öffentlicher Beteiligung geprüft und im Einklang mit dem Schutz des Menschen und dem Artenschutzrecht ausgewählt.

In Hessen bleiben die Mindestabstände von 1000 Meter zur Wohnbebauung der Orte sowieso bestehen. Nach wie vor ist Windenergie die flächenschonendste Art erneuerbarer Energieerzeugung und damit ein wichtiges Standbein beim Aufbau einer umweltfreundlichen Strom-Infrastruktur, von der alle Menschen profitieren. Und diese wenigen Flächen stehen bald wieder zur Verfügung, sie werden nach zwei Jahrzehnten der Natur zurückgegeben.

Selbst die Rückbaukosten müssen nicht erstritten werden, der Betreiber hinterlegt die Summe schon heute. Schließlich ist zu fragen, wie denn ohne Windkraft der für den Klimaschutz so nötige Ausstieg aus der Kohlekraft zu schaffen wäre. Eben. Ohne Wind geht nicht. Ich finde, dass die Umweltministerkonferenz mit ihrer Unterstützung für die Windenergie zum Wohle der Bürger und des Landes entschieden hat.

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3ilzq1O