Leserbrief

Leserbrief: Bürgerinitiative BIGMUEG appelliert an den Buchener Gemeinderat

Zum Wohle der Stadt Buchen abstimmen

Zuerst war ich empört und dann ehrlich enttäuscht: Abfallrechtliche Anzeige, ein Antrag auf Erweiterung des Einzugsgebietes der Müllanlieferung aus ganz Europa. Hatten wir uns doch lange vorbereitet und dann am 9 und 10. Februar 16 Stunden konferiert, unsere Bedenken und die unserer Mitbürger zusammengetragen und dann der genehmigenden Stelle, den Vertretern des Regierungspräsidiums vorgetragen. Wir fühlten uns wahrgenommen und Herr Ginter von der AWN sprach sogar von vertrauensbildenden Maßnahmen und davon, wie ernst er unsere Ängste und Sorgen bezüglich der Mineralstoffbehandlungsanlage nehmen würde.

Und dann dieser kleine unscheinbare Artikel am 12. Februar gerade mal drei Tage später. Wir wollten Niemandem mit schnellen Vorwürfen Unrecht tun und dachten erst mal: Nachdenken, dann informieren, um was geht es hier jetzt? Buchener Bürger und darum geht es: Die AWN will das Einzugsgebiet der Müllanlieferungen auf ganz Europa erweitern. Das heißt: Alle die uns als so harmlos verkauften Abfallmengen werden doch überall aus Europa hierher gefahren und behandelt. Aber wo in Europa fängt der Mülltourismus an und wo hört er auf? Ganz Europa ist nämlich ganz schön groß und mit welchen Müll ist denn richtig Geld zu machen? Natürlich mit dem, den keiner will, das haben wir alle jetzt verstanden. Wollen wir den denn? Werden wir gefragt? Ja, in diesem Fall werden wir gefragt. Das Regierungspräsidium hat auf Anfrage bestätigt, dass sie zwar diese Erweiterung genehmigen könnten, aber auf Grund der besonderen Umstände die Gemeinde mit einbeziehen wollen. Also, wir werden gefragt, wir, das sind unsere offiziellen, von uns gewählten Vertreter.

Also, verehrte Gemeinderäte, ihr bekommt eine zweite Chance. Wir werden gefragt und ihr seid unsere Stimme. Diesmal habt ihr die Zeit euch umfassend zu informieren und euch eure Meinung zu bilden, eure Mitbürger zu fragen und dann in unserem Sinne und zum Wohle der Stadt Buchen abzustimmen. Das Wohl der Stadt liegt nicht nur in einem fetten Geldsäckel, den Ihr zudem von dem Müll noch nicht habt, das Geld der EnBW ist auch woanders verbraten worden. Sondern das Wohl dieser Stadt liegt vielmehr in ihrer Ausstrahlung und ihrem Charme, in der wunderschönen landschaftlichen Lage, der Schönheit der Natur, der Freude, wenn Fremde kommen und sich bei uns wohlfühlen. Wir sind ein Stück Naturpark Neckartal-Odenwald und wollen das auch gerne bleiben. Bündeln wir doch lieber alle unsere Energie und erhalten das.

Ein altes indianisches Sprichwort sagt: "Wir haben unsere Erde nicht geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen." Und das gilt erst recht für solche schönen Flecken. Geld kann man nicht essen und mit Müll zuschütten können wir uns immer noch, wenn alles, wirklich alles andere versagt hat. In diesem Sinne wünschen wir uns von Herzen, dass unsere Gemeinderäte ihre Entscheidung ob sie dieser Erweiterung zustimmen, gut bedenken.

Ulla Schmidt-Köcher, Arno Scheuermann, Meinrad Rödel und Janet Sanns, Buchen, für die Bürgerinitiative BIGMUEG