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Anpassungsfähiger Tausendsassa

Sie bevölkern seit mehr als 220 Millionen Jahren die Erde, haben die Dinosaurier überlebt und etliche Warm- sowie Eiszeiten überstanden. Auch ihr Höchstalter übersteigt das von Menschen mit mehr als 250 Jahren deutlich. Sie werden in 341 Arten mit 200 Unterarten unterschieden, die mit Ausnahme der Polargebiete alle Kontinente besiedeln. Die Rede ist von Schildkröten. Diesen so faszinierenden wie alten Tieren ist ein ganzer Tag gewidmet: Jedes Jahr wird am 23. Mai der Welt-Schildkröten-Tag gefeiert. So anpassungsfähig die wechselwarmen Reptilien auch sind – denn sonst hätten sie nicht so lange auf diesem Planeten überlebt –, in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten ist der Bestand vieler Arten dramatisch geschrumpft. Ihr größter Feind: Der Mensch. Nicht nur gilt ihr Fleisch in vielen Ländern als Delikatesse – sogar alte deutsche Kochbücher enthalten noch Rezepte für Schildkrötensuppen –, auch ihr Lebensraum schwindet zusehends. Dazu kommt, dass viele Arten als Haustiere hoch gehandelt sind. Patrick Boncourt, Reptilienexperte des Deutschen Tierschutzbunds rät daher vom Schildkröten-Kauf dringend ab, zu hoch seien ihre Ansprüche: „Die Haltung von Schildkröten wird oft unterschätzt, sie werden unüberlegt und vielfach ohne jede Sachkenntnis angeschafft.“ mics/Bild: Istock