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Bis zum letzten Blatt

Die Hängeulme bietet in warmen Monaten besonders schönen Schatten: Ihre Kuppel kann bis zu fünf Meter hoch werden und doppelt so ausladend. Allerdings werden im Herbst ihre Äste ebenso kahl wie die anderer Laubbäume. Ein einzelnes Blatt trotzt noch seinem Schicksal. Es liegt aber nun einmal in der Natur des Novembers, das er eher grau daherkommt – bis auf eine Ausnahme: das Laub, das gelb, rot und orange gefärbt von den Bäumen fällt. Ihre Farbigkeit erzählt aber schon von dem bevorstehenden Wandel. Es hängt mit dem Prozess der Photosynthese zusammen, also mit der Verarbeitung von Licht zu Stärke. Im Sommer sind die Blätter der meisten Pflanzen grün wegen des Farbstoffs Chlorophyll, der die grünen Anteile des Sonnenlichts reflektiert. Die anderen Lichtanteile werden absorbiert und zu Stärke umgewandelt. Im Herbst wird die Sonne schwächer, und es wird weniger Sonnenlicht aufgenommen und weniger Chlorophyll produziert. Die Folge: Die Blätter reflektieren weniger grünes Licht, dafür kommen die anderen Farbpigmente zum Vorschein. Mit der Färbung kommt irgendwann der Abwurf. Denn die Pflanzen ziehen die Nährstoffe aus den Blättern und speichern sie in Stamm, Ästen und Wurzeln als Reservestoffe – für den Winter. ble/dpa/Bild: dpa