Lifestyle

Der Bulli, der schweigt

Das erste Auto vergisst man nie. Bei mir war es ein VW Bulli T3. Diesel. Viergang-Getriebe. Bergab mit Rückenwind schaffte man ein wenig mehr als 100 Stundenkilometer. Egal. Auf der Habenseite standen eine ordentliche Musikanlage, reichlich Platz - und ein magisches Forst-Schild. Das hatte mein Vater an der Windschutzscheibe hinterlassen, als er einen Dienstwagen bekam. Es war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, Land- und Forststraßen wurden unser Zuhause. Im Winter drifteten wir mit dem Heckantrieb vogelwild durch die Kurven, im Sommer zogen wir begeistert lange Staubwolken hinter uns her. Wir brachten unserer Umgebung Bands wie die Red Hot Chili Peppers oder Pearl Jam näher. Dank der ausgebauten Rückbank wurden mein Schlagzeug und ich mobil. Kaputte Zylinderkopfdichtungen ließen uns getrennte Wege gehen. Noch heute bin ich dem VW-Bus dankbar: Er schwieg beharrlich über alles, was wir erlebten. Hoffentlich tuckert er durch den T3-Himmel - ohne Ölverlust. Daniel Kraft