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Die Natur ist der größte Künstler

Archivartikel

In Baumrinden und verwittertem Altholz findet der Aschaffenburger Fotograf Gerhard Reusch mit der Kamera geheimnisvolle Bilderwelten und abstrakte, surreal anmutende Landschaften. Interessante Formen und Strukturen filtert er heraus und setzt sie bei passendem Licht in Szene. Und schafft so Fotografien, die wie Gemälde anmuten. Die Komposition ist Zufall, der Interpretationsspielraum des Betrachters immens. Schon immer hatte der Künstler eine Affinität zu Bäumen. Vor mehr als zehn Jahren hat er angefangen, ihre Rinde genauer zu betrachten.

Und dabei entdeckt: Die Natur ist der größte Künstler. „Meine intensive Beschäftigung mit bildender Kunst fließt ganz wesentlich in meine fotografische Arbeit ein“, sagt der 69-Jährige. Manchmal glaube er, Elemente des Dadaismus purzelten aus den Bäumen. Oder er sieht eine Nähe zu den Landschaftsbildern des expressionistischen Malers Emil Nolde. „Die Borke der Bäume offenbart mir eine unerschöpfliche Bandbreite von Sichtweisen“, sagt Gerhard Reusch. „Was sich so alles aus der Baumrinde herauslesen und heraussehen lässt, unterstützt durch Witterungseinflüsse, den ,Zahn der Zeit’, auch durch Flechten und Moose, ist für mich immer wieder faszinierend.“ 

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