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Fensterputzer an der Elbphilharmonie

Wie Szenen aus einem Actionfilm: Männer klettern mit schwerer Ausrüstung die Fassade des alten Kaispeichers hoch, auf dem die Elbphilharmonie errichtet wurde. Sie hängen an Seilen, ein kleiner Motor zieht sie nach oben. Nach ein paar Minuten haben sie ihr eigentliches Ziel erreicht: die Glasfassade von Hamburgs neuen Wahrzeichen. In schwindelerregender Höhe – die höchste Stelle ist 110 Meter hoch – beginnen sie sich abzuseilen. Ihre Mission: Die 1100 Fensterscheiben wieder zum Strahlen zu bringen. „Das ist schon der coolste Job der Welt“, sagt Industriekletterer Steffen Falkenberg, der seit der Eröffnung der Elbphilharmonie im Januar 2017 dabei ist. „Die Aussicht da oben ist einfach grandios.“ Die größte Herausforderung ist dabei das Wetter. „Man weiß nie, was einen erwartet“, sagt Karl Polack (31). Besonders starker Wind macht den Industriekletterern zu schaffen – mit einem Saugnapf halten sie sich dann an den Scheiben fest, damit sie nicht weggeweht werden. Für die 16 000 Quadratmeter – etwa die Größe von zwei Fußballfeldern – haben die Industriekletterer rund drei Wochen Zeit. Pro Putzvorgang belaufen sich die Personalkosten auf rund 50 000 Euro, hinzu kommen 2000 Euro für Gerüste und Material. Das bedeutet: Einmal Fensterputzen bei der Elbphilharmonie kostet 52 000 Euro. dpa/Bild: dpa