Lifestyle

Freiheit auf vier Rädern

Archivartikel

Ein einsamer Bulli auf der Landstraße im Nirgendwo – ein Gefühl von Freiheit. Bald fünf Millionen Bilder sind unter dem Stichwort #vanlife auf Instagram zu finden. Das Reisen mit dem Bulli ist zum Trend geworden. Paul Nitzschke weiß, was so ein Leben ausmacht. Mit Nutzerzahlen im sechsstelligen Bereich ist sein Blog „Passport Diary“ nach eigenen Angaben Deutschlands größtes Magazin über das Leben im Wohnwagen. Dabei geht es um Entschleunigung. Um die Freiheit, jeden Tag aufs Neue zu entscheiden, wo es hingehen soll. Damit bediene das Phänomen in den Sozialen Netzwerken eine Reihe aktueller Trends, schreibt das US-Magazin „The New Yorker“, wie die Sehnsucht nach Naturverbundenheit, Selbstverwirklichung, Einfachheit. „Ich kann den Schlüssel umdrehen, losfahren und überall hinkommen. Ein sehr selbstbestimmtes Reisen“, sagt Nitzschke. „Man ist draußen in der Natur und lässt die Seele baumeln.“ Bei dieser Art des Reisens gehe es um materiellen Minimalismus. Der Platz ist begrenzt. Nitzschke hat seit zwei Jahren keine eigene Wohnung mehr, 25 Länder bereiste er in dieser Zeit mit seinem Bus. „Für mich ist es jetzt Komfort, mein Zuhause immer dabei zu haben“, sagt er. „Diese Art von Reisen bedeutet keinen großen Verzicht.“ dpa-tmn/Bild: Paul Nitzschke/passport-diary.com/dpa-tmn