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Hirsch im Morgenlicht

Archivartikel

Ein Hirsch sitzt unter Blätterwerk im Licht der aufgehenden Sonne. Im Herbst ist für das Rotwild Paarungszeit. Brunft ist bis etwa Mitte Oktober, schon im September geht das männliche Tier kaum mehr einer Rauferei aus dem Weg. Der Hirsch stellt seine Nahrungsaufnahme und sein Schlafbedürfnis fast komplett ein. Zu wichtig ist die Fortpflanzung. Im 19. Jahrhundert schossen Bürger und Bauern die Tiere ungehindert und wie wild ab – mussten sie doch zuvor darauf verzichten: Denn die Jagd des Hirsches war lange Zeit den Landesfürsten vorbehalten, ein Privileg des hohen Standes. Doch ausrotten ließ sich das majestätische Tier mit dem auffälligen Geweih nie. Heute geht es dem Hirsch gut – zumindest rein zahlentechnisch. Auf mehr als 200 000 Tiere kommt der Bestand. Damit leben in Deutschland nach Angaben der Wildtier Stiftung auf 1000 Hektar durchschnittlich sechs Stück Rotwild – und 2300 Menschen. Und das ist das Problem. Tierschützer kritisieren, dass der Lebensraum der Hirsche beschnitten wird – durch Forst- und Landwirtschaft ebenso wie durch den Straßenbau. Aber auch Mountainbiker oder Pilzsammler könnten manchmal die Ruhe im Wald stören. Und Lärm machen die Tiere höchstens gerne selbst: beim lauten Röhren während der Brunft.