Lifestyle

Schmackhafter Kuss

Archivartikel

Der Belag aus Brombeere, Karotte, Lakritz, Gurkenkernen, Nutella, Honig, Senf und Quark auf Toast ist – das sieht man gleich – angelehnt an Klimts „Der Kuss“. Für Vincent van Goghs „Sternennacht“ eignen sich Schwarze Johannisbeeren, Quark und ein Klecks Senf, vielleicht die Tube „mittelscharf“. Die „Mona Lisa“ bekommt mit Brotrinde und Champignons Kontur. Bei Twitter und Instagram finden sich viele Beispiele, wie Leute bekannte Werke auf Brot nachbauen. Aus dem Stichwort #KunstGeschichteAlsBrotbelag, das vergangenen Sommer aufkam, ist inzwischen ein Buch geworden. Die Herausgeberin Marie Sophie Hingst hat einiges ausprobiert. Der Kühlschrank sei „eine unerschöpfliche Quelle von Kunstmaterial. Man kann eigentlich kaum was Besseres finden“, sagt die 31-Jährige. Die promovierte Historikerin, die mit der Brotkunst im Netz angefangen hat, lebt in Irland und hat deutsche Wurzeln. Basteln mit Essen: Damit dürfte so mancher Erfahrung haben. Stichwort Mettigel. Die Satirezeitschrift „Titanic“ hat mal zum „Basteln mit Bier“ aufgerufen. Wer sich für die Kunst des Pausensnacks näher interessiert, sollte dann auch die aus Japan stammende „Bento Art“ googeln. Das Buch: „Kunstgeschichte als Brotbelag“, Marie Sophie Hingst, Dumont, 15 Euro. dpa/Bild: @ClaireLarsson/DuMont Buchverlag/dpa