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Stachelige Schönheit

Archivartikel

Disteln haben wegen ihrer Dornen einen eher schlechten Ruf. Dabei besitzen sie eine eigensinnige Schönheit und sind ökologisch äußerst wertvoll: Nicht nur der Distel-Fink, sondern auch viele andere Vögel und Insekten fliegen förmlich auf ihre Samen. Disteln werden zudem als Heil- und Färberpflanze genutzt. Der Bund deutscher Staudengärtner hat deshalb nicht nur eine einzelne Pflanzengattung, sondern die ganze Gruppe der Distel zur Staude des Jahres 2019 ernannt. Beliebt bei Gärtnern ist eine Optik wie sie die Edeldistel mit ihrem stahlblauen Leuchten besitzt (im Bild). Auch die bläulichen oder weißen Blütenstände der Kugeldistel sind gern gesehen. Die Blüten der Färberdistel wurden früher zur Herstellung von roter und gelber Farbe genutzt. Heute sind besonders ihre Samen zur Gewinnung von Distelöl gefragt. Als Arzneipflanze wird die Mariendistel seit der Antike geschätzt. Für die Schotten ist die Distel Nationalblume: Sie ziehen in dem Volkslied „The Thistle o’ Scotland“ die Pflanze als Sinnbild für die Standhaftigkeit ihres Landes heran. Als Stauden werden krautige und ausdauernde Gewächse bezeichnet, deren oberirdische Pflanzenteile in Knolle oder Zwiebel überwintern – um dann wieder aufs Neue auszutreiben. Zur Staude des Jahres 2018 war die Taglilie gewählt worden